Bohol

von Achim

Nachdem gestern ein angenehmer Ruhetag war, sind wir heute wieder auf Tour gegangen. Heute stand unsere Nachbarinsel Bohol auf dem Programm. Wer rollert ist auch hier mal wieder klar im Vorteil und so ging’s auf zwei Rädern Richung unserer ersten Station, dem Philippine Tarsier Sanctuary. Dort kann man die, hier heimischen, Tarsier in ihrer natürlichen Umgebung besichtigen.

Die Tarsier wirken wie eine Mischung zwischen Frosch und Säugetier und können erstaunlich weit springen (bis zu fünf Metern). Sie sind nachtaktiv und schlafen den Tag über. Deshalb muss man komplett still sein, wenn man in das Schutzgebiet geht. Und man kann nur mit Führer rein. Ansonsten hätte man wohl auch kaum eine Chance die kleinen niedlichen “Gremlins” zu entdecken:

Auch wenn sie sehr verpennt aussehen, manch einer hatte doch die großen Augen offen:

Ihre Augen sind wohl größer als ihr Gehirn. Will uns das etwas sagen?

Unser Besuch im Schutzgebiet war äusserst kurz und so war unsere Führung nach ca. 10min auch schon wieder vorbei. Aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt diese ungewöhnlichen Kreaturen mal in freier Wildbahn zu sehen.

Ein weiteres Highlight auf Bohol sind die “Chocolate Hills”. Auf dem Weg dorthin haben wir den “Man Made Forest” passiert. Der Wald aus lauter Mahagoni-Bäumen wurde wohl vor Jahrzehnten zum aufforsten angelegt. Der Wald ist nicht nur für’s Auge sehr angenehm, er hat auch ein erfreulich frisches und kühles Klima:

Das glatte Gegenteil davon sind die Chocolate Hills. Auf Bohol gibt es über 1200 der halbkugelförmigen, grasbewachsenen Hügel:

Während man am Boden noch im Schatten der Bäume läuft, ist man im letzten Abschnitt zum “Gipfel” der brutalen Mittagssonne ausgesetzt. Die ganzen Grashügel haben mich irgendwie an Neuseeland erinnert.

Da es schon einigemaßen spät war, war es hier Zeit umzudrehen. Auf dem Rückweg haben wir einen Abstecher zu den Pangas Falls gemacht:

Sehr schöne Wasserfälle.

Eigentlich wollten wir dann noch zum “Rajah Sikatuna Protected Landscape”, aber die Straße dorthin war sehr schlecht und es war schon spät. Also haben wir es gelassen und sind stattdessen zur Doppelhängebrücke in Sevilla gefahren. Die beiden Hängebrücken über den Loboc sind aus Bambus:

Allerdings leider (oder vielleicht zum Glück?) nicht vollständig. Getragen wird die Konstruktion von Stahlseilen und Querbalken aus Holz. Ist aber trotzdem ein verrücktes Gefühl über die Bambusbrücke zu laufen.

Die riesigen Bäume am Ufer sehen, mit ihrem dichten Epiphytenbewuchs, einfach richtig schön aus:

Den langen, aber sehr schönen, Weg nach Hause haben wir nicht mehr vollständig bei Tageslicht geschafft. Ein sehr schöner Tag.

Das geht:

  • Mittagessen bei einem einheimischen “Mama-Imbiss”
  • Die Tarsier
  • Beim Sonnenuntergang am Meer entlangrollern

Das geht nicht:

  • Pizza komplett ohne Soße - hä?
  • Sonnenbrand an ungewöhnlichen Stellen
  • Kaffee ohne Milch (habe ich mir sagen lassen)
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Panglao

von Achim

Vor drei Tagen ging unser Flug von Hanoi nach Bohol (Philippinen). Untergebracht sind wir auf Panglao, einer per Brücken verbundenen Nachbarinsel von Bohol. Gestern haben wir den Tag genutzt um Panglao zu erkunden. Unsere Gastgeber sind ein Holländer und eine Filipina. Er hat uns tausend tolle Tips gegeben und ein paar davon sind wir heute mit dem Roller abgefahren.

Erste Station war das Napaling Riff, bei dem man wohl oft große Sardinenschwärme beobachen kann. Der Zugang zum Riff erfolgt über ein Resort und kostet Eintritt. Wir hatten zwar keine Sardinen aber eine nahezu perfekte Sicht und viele andere Fische:

Beim Riff hatten sie verschiedene künstliche Strukturen aufgestellt um Korallen daran zu züchten:

Man durfte nur mit Tauchführer in’s Wasser. Vermutlich damit keiner was kaputt macht (und die Leute ein Einkommen haben). Den Tauchführern war teilweise wohl ein bisschen langweilig und sie haben sich die Zeit mit Spass und Kunststücken vertrieben. Ein Trick war sich auf den Rücken zu legen und dann Luftringe in’s Wasser zu blasen (ähnlich den Ringen die manche Raucher in die Luft pusten können):

Das hat schon richtig cool ausgesehen wie die Ringe im Wasser aufgestiegen sind und dabei immer größer wurden.

Toll war auch dieser große Fischschwarm, der sich wie ein langes Band durch’s Wasser gezogen hat:

Laut unserem Tauchführer war das Jack Fish.

Nach ca. 45min mussten wir wieder aus dem Wasser.

Unsere nächste Station war die Hinagdanan Höhle. In dieser kleinen Höhle ist ein Süßwassersee in dem man schwimmen kann:

Schon witzig so im Wasser zu schwimmen und die Fledermäuse über sich zu hören. War vom Erlebnis ein bisschen ähnlich wie die Zenoten in Mexiko.

Weiter ging’s zu Zara’s Cafe. Das Cafe bietet schwedische Kuchen und Torten an. Von der Terasse hatten wir einen herrlichen Ausblick:

Letzte Station war Dumaluan Beach. Die Boote hier unterscheiden sich wieder völlig von denen in Thailand oder gar den runden “Schüsseln” in Vietnam:

Mit ihrem schmalen Rumpf und den Auslegern sehen sie ziemlich sportlich und fast schon futuristisch aus.

Es ist schön jetzt wieder am Meer zu sein:

Wir sind schon gespannt auf den Rest der Philippinen.

Das geht:

  • Hier gibt es tatsächlich ein deutsches Restaurant - wir nutzen die Gelegenheit und waren bisher jeden Abend dort (Elsässer Flammkuchen, Gulasch, Schnitzel, Spätzle, … lecker!)
  • Sechs Nächte am Stück in einer entspannten Unterkunft mit tollen Gastgebern - eine kleine Verschnaufpause können wir gerade gut gebrauchen
  • Den Filipinos fällt Englisch deutlich leichter als den Vietnamesen - schön dass wir uns wieder einfacher mit Leuten veständigen können

Das geht nicht:

  • Hier ist wieder Dauerschwitzen angesagt
  • Die Rückkehr der Sonnencreme - och nöh…
  • Vergessen Sonnencreme vor dem Schnorcheln über die Mittagszeit aufzutragen - zum Glück sind wir schon gut vorgebräunt…
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Best of Speisekarte

von Achim

Heute war unser letzter Tag in Vietnam und morgen geht’s dann weiter auf die Philippinen. Das war ein Abschnitt mit Höhen und Tiefen. Wir hatten uns beide sehr auf das Land gefreut und Ursel hat extra ein Jahr lang jeden Tag vietnamesisch gelernt um sich ein bisschen mit den Leuten verständigen zu können. Umso enttäuschender war es dann als wir feststellen mussten wie vermüllt das Land leider ist, besonders im Süden. Und dass die Leute noch nicht mal versucht haben Ursel’s Vietnamesisch zu verstehen war auch ziemlich schräg. Zumal viele auch kein Englisch konnten. Die einzige Ausnahme war, wie bereits geschrieben, Cao Bang. Dort war es sehr schön immerhin mal ein bisschen vom gelernten Gebrauch machen zu können.

Vom Süden Vietnams waren wir Anfangs so enttäuscht dass wir zwischenzeitlich sogar kurz überlegt haben ganz woanders hinzufliegen und den Rest einfach auszulassen. Zum Glück haben wir aber an unserem Plan festgehalten denn ab Hoi An wurde es dann noch richtig schön.

Was uns jedoch schon seit Thailand begleitet ist das, für uns, sehr abgefahrene Essen. In nicht sehr touristischen Gegenden war es teilweise eine echte Herausforderung etwas, für uns akzeptables, zu essen zu finden. Wir möchten hier ein paar Speisekarten-Goldstücke präsentieren.

In Vientiane (Laos) standen gegrilltes Schweineeuter, gegrillte Rindersehnen und gegrillte Schweineinnereien auf der Speisekarte:

Es war immer wieder witzig zu sehen dass in vegetarischen Gerichten plötzlich Fleischzutaten aufgetaucht sind. Wie hier die frittierten Hähnchenschenkel im Veggie Banh Mi im Old Quarter in Hanoi :

Eine regionale Spezialität in Cao Bang ist wohl Ap Chao Ba Hac: frittierte Reismehlbällchen mit Fleischfüllung. Hört sich tatsächlich deutlich besser an als es geschmeckt hat. Alternativ stand auch noch auf der Speisekarte “Entenmagen, Eingeweide, Leber und Blut” - da wird nichts weggeworfen:

Heute im Flughafenhotel gab es eine Karte für Touris und eine für Vietnamesen. Da auf der Speisekarte für die Vietnamesen viel mehr drauf war haben wir natürlich zuerst du der gegriffen. Unter anderem gab es:

  • Frosch Hotpot
  • Falsche Schweinehufe
  • Frittierter Schweineknorpel
  • Schweinsohrsalat
  • Frittierte Schweineinnereien mit Melone
  • Ente gekocht in Zibetkatzen-Imitat
  • Geschmorte Ente mit Krokodil
  • Frittierte Hühnermägen mit Bohnensprossen
  • Und das unübersetzbare “Grab The Pickle Fat”

Wir geben auf. Dann doch lieber die Karte für die Touris. Es war lecker.

Jetzt verabschieden wir uns von Vietnam und hoffen dass der Rest der Reise kulinarisch ein wenig langweiliger wird.

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In's Hinterland von Ban Gioc

von Achim

Heute haben wir einen Roller gemietet um die Umgebung weiter zu erkunden. Als erstes sind wir zum Pi Pha Aussichtspunkt gefahren. Man fährt kleine Straßen durch wirklich urige Dörfer. Dem erstaunten Blick der Einwohner sieht man an dass hier nicht oft Touris durchkommen. Der Einstieg zum Aufstieg ist nicht leicht zu finden. Wenn man diesen Bach mit dem unnatürlich blauen Wasser sieht ist man aber schonmal ungefähr richtig:

Bei einem Bezahlparkplatz saß eine Runde alter Männer die zusammen Tee getrunken haben. Mit Handzeichen und Ursels paar Brocken vietnamesisch haben sie uns den Weg zum Eingang gezeigt. Glücklicherweise stand noch ein rauchender Deutscher daneben, der gerade auf dem Aussichtspunkt war. Er hat uns dann ganz genau beschrieben wo’s langgeht. Alleine hätten wir uns nicht getraut da man einen kleinen Weg hinter ein Privathaus nehmen muss. Der Aufstieg dauert nicht allzu lange und nach 20min hat man ein herrliches Panorama:

Leider war das Wetter nur so lala, aber zum Glück trocken.

Auf dem Weg zurück haben wir Hunger bekommen und in einem der Dörfer an einer Suppenküche angehalten. Dort stand eine alte Frau an ihrem Herd und hat für eine Gruppe aus Militärs, Beamten und sonstigen Leuten Suppe gekocht:

Hier war klar dass man mit Englisch nicht weiterkommt. Ursel hat also wieder ihr vietnamesisch ausgepackt. Wir durften drinnen bei der lustigen Gesellschaft Platz nehmen. Sie waren sehr laut und die Abfälle wurden einfach auf den Boden geschmissen. Macht man da wohl so (meistens steht aber ein Mülleimer unter dem Tisch). Als unsere Suppe dann kam haben die Militärs dann noch ein/zwei Schnäpschen gezwitschert und sind dann mit dem Roller wieder zur Arbeit gefahren. Sehr interessant mal so eine “normale” Mittagspause der Leute mitzubekommen. Die Nachbarin wollte vor unserer Weiterfahrt unbedingt noch Fotos mit uns machen und auch die Köchin hat mit uns posiert. Leider haben wir es verpasst sie zu fragen ob sie ebenfalls mit unserem Telefon ein Foto machen kann. Witziges Erlebnis.

Auf dem Heimweg mussten wir dann immer wieder dem Vieh auf der Straße ausweichen:

In der Gegend wird viel Tabak angebaut. Hier wurde er zum trocknen aufgehängt, daneben war ein Ofen zum räuchern (oder weiter trocknen?):

Unser nächstes Ziel war die Nguom Ngao Höhle. Sie gilt anscheinend als einer der schönsten Höhlen Vietnams. Auf dem Parkplatz vor der Höhle stand ein Orchideenbaum mit riesigen Blüten:

Da wir noch unser vietnamesisches Bargeld loswerden müssen haben wir uns für den teuersten Eintritt mit Führung entschieden. Somit kamen wir auch in den hinteren Teil der Höhle der einem mit dem günstigeren Ticket verwehrt bleibt. Und es hat sich gelohnt:

Wären wir nur im vordern Teil gewesen hätte uns die Höhle vermutlich enttäuscht. Aber so haben wir beeindruckende Formationen gesehen. Hier wurde viel mit stimmungsvollen Lichtinstallationen gearbeitet:

Nach unserer Höhlentour sind wir noch zu einem Aussichtspunkt bei den Ban Gioc Fällen gefahren. Wir kamen dabei ganz nah am chinesischen Grenzposten vorbei und sind dann über eine kleine Hängebrücke gerollert. Das letzte Stück mussten wir zu Fuß gehen, da dort gerade noch alles Baustelle ist. Aber die Bauarbeiter waren so freundlich und haben uns trotzdem auf den Aussichtspunkt gelassen. Der Blick auf den Wasserfall von dort war nochmal ganz anders als gestern:

Vermutlich wird das demnächst Teil des offziellen Wegesystems des Wasserfalls. Wir hatten also schonmal ein “Sneak Preview”. In der Unterkunft gab es dann Abendessen gemeinsam mit anderen Reisenden und wir hatten noch einen schönen Abend.

Das geht:

  • Bisher haben es die Leute als nicht gecheckt wenn man versucht hat mit ihnen vietnamesisch zu reden, vermutlich halten sie es nicht für möglich dass ein Touri ihre Sprache sprechen könnte und versuchen daher gar nicht erst einen zu verstehen - in Cao Bang und hier oben aber klappt es mit der Verständigung und die Leute hören einem plötzlich zu und verstehen wenn man was auf vietnamesisch sagt
  • Irgendwie anstrenged aber auch süß dass einem immer wieder Leute “Hello!” zurufen und einen mit großen Augen anschauen - besonders die Kinder sind immer ganz fasziniert von unserer Anwesenheit und beobachten uns oft neugierig
  • Der herzliche Kontakt mit der alten Frau in der Suppenküche - ob sie vorher überhaupt schonmal Touristen bewirtet hat?

Das geht nicht:

  • Große Fettbrocken im Essen, sei’s auf dem Wildschweinteller oder in der Suppe schwimmend - die Leute hier scheinen es aber zu lieben!
  • Eine Tourenführerin die während der Tour die ganze Zeit auf ihr Telefon schaut anstatt bei der Sache zu sein - das gab dann natürlich kein Trinkgeld
  • Wenn plötzlich die Batterie für die Zündung am Roller schlapp macht - zum Glück haben wir es aber noch nach Hause geschafft
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