Hanoi - gemischtes

von Achim

Insgesamt waren wir vier Nächte in Hanoi. Genug Zeit also um nochmal zur Train-Street zu gehen:

Es ist ja eine Sache dem Zug beim Durchfahren aus der Entfernung zuzuschauen. Aber es ist eine ganz andere Sache selbst mal den Nervenkitzel zu erleben wie eine 100t schwere Diesellok nur Zentimeter entfernt an einem vorbeidonnert:

Und da ist wirklich nicht mehr viel Platz:

Es gibt keinerlei Linie oder ähnliches auf dem Boden. Die Lokalbesitzer wissen genau bis wohin sie die Tische stellen können.

Apropos Lokal, es ist teilweise schon ein Erlebnis. Bei einem davon stand ein Topf mit Fleisch in der Toilette neben dem Waschbecken auf dem Boden:

Warum ausgerechnet im Klo (und neben dem Eimer mit dessen Wasser man sich normalerweise den Hintern sauber macht) war uns nicht ganz klar.

Hanoi ist immer für eine Überraschung gut. Manchmal laufen Hunde im Restaurant herum, ein andermal entdeckt man Hähne mitten in der Stadt:

Dieser hat sich’s gemütlich eingerichtet.

Wir waren auf dem Markt. Der ist ziemlich groß und befindet sich auf drei Ebenen. Im zweiten Stock haben wir immer wieder Verkäufer auf ihrer Ware schlafen sehen:

Nicht der schlechteste Platz für ein Nickerchen, es ist vermutlich schön weich.

In Orten mit vielen Touristen gibt es immer wieder Läden mit Produkten auf denen die Logos teurer Marken prangen. Ganz beliebt sind die Logos von “The North Face”, “Arc’teryx” oder auch “Stüssy”:

Die Produkte sind bemerkenswert günstig, weisen jedoch - bei genauerem Hinsehen - deutliche Unterschiede zu denen bei uns erhältlichen auf. Ganz beliebt ist auch das Apple Logo. In Hoi An konnte man “Apple Air Pods” für 12 EUR kaufen (bei uns über 150 EUR). Sowas trägt natürlich nicht zum Vertrauen in die Echtheit und Qualität der Ware bei, was bei uns dazu geführt hat dass wir einfach gar nichts gekauft haben.

Als wir Abends durch die Stadt gelaufen sind haben wir immer mal wieder gesehen wie das Geschirr mancher Restaurants auf dem Bürgersteig gewaschen wurde:

Am besten nicht zu lange drüber nachdenken sondern es mit dem Motto einer Bar auf Don Det halten: “Don’t think, just drink!”

Das geht:

Das geht nicht:

  • Nicht rechtzeitig zur Seite gehen wenn der Zug kommt - da kann man mal erleben wie die Vietnamesen ganz schnell rabiat werden (zurecht, denn das ist ja wirklich lebensgefährlich)!
  • Gäste, die Ratten im Restaurant auch noch was zu Essen hinwerfen - Wow, da fällt einem wirklich nichts mehr ein
  • Auf dem Gehweg laufen wollen - ist leider alles mit Rollern zugeparkt, weshalb man dann ständig auf der Straße laufen muss
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Hanoi

von Achim

Hanoi ist die Hauptstadt Vietnams und mit über 8 Millionen Einwohner mehr als doppelt so groß wie Berlin. Ein starker Kontrast zum friedlichen Inselleben auf Cat Ba. Die Stadt ist voller Roller und Autos und alle fahren nochmal deutlich knapper an einem vorbei als anderswo sowieso schon. Die Stadt ist ziemlich laut und recht intensiv. Aber auch hier gibt es ruhige Orte:

Nicht weit entfernt von einem interessanten Laden der Produkte ethnischer Minderheiten verkauft lag der Eingang zum Literaturtempel:

Schöne Sache. Beim weiteren erkunden der Stadt sind wir auf die Statue von Ly Thai To, dem Gründer von Hanoi, gestoßen:

Aufmerksamen Lesern von Wikipedia wird aufgefallen sein dass er von 1009 - 1028 Herrscher des Reiches Dai Co Viet (im heutigen Nordvietnam) war.

In Hanoi sind immer noch ein paar Leute mit Fahrrädern unterwegs, die alles mögliche transportieren und verkaufen:

Am besten noch mit einem batteriebetriebenen Megafon in einem Korb, das ganz automatisch die Produktpalette durchgibt.

Leider wurde dieses elegante, leise, kostengünstige und saubere Fortbewegungsmittel jedoch zunehmend durch laute Dreckschleudern ersetzt:

Wie man sieht lässt sich mit denen aber auch jede Menge transportieren.

Absolut sehenswert ist die “Train Street”, wo man an den Zuggleisen sitzen und einen Kaffee trinken kann:

Witzig war, als die Schranken am Bahnübergang wieder aufgingen nachdem der Zug durchgefahren war. Dann sind von beiden Seiten die Roller, wie bei einer Wall-of-Death, aufeinander zugestürmt:

Man könnte fast meinen man sei im Moshpit. Zugegebermaßen war es auch ähnlich laut und chaotisch.

Abends sind wir auf den Nachtmarkt gegangen. Bei einem Schlenker durch das Partyviertel sind wir an schönen Häusern vorbeigekommen:

Etwas weiter gab es dann einen Monster-Stau. Normalerweise gibt es in Vietnam keinen Stau da man sich mit den Rollern überall durchquetschen kann. Hier aber haben sich Fußgänger, Roller und Autos in einer Fußgängerzonen-artigen Straße an einer Stelle so sehr verdichtet dass alles nur noch gestanden ist. Es gab kein Vorwärts-kommen mehr. Und da man in Vietnam scheinbar auch kein Zurück kennt, hat irgendwann einer der Kellner angefangen seine Tische auf der Straße abzubauen damit wenigestens wieder ein paar Roller durchkommen. Der Plan hat bestens funktioniert denn der Stau hat sich dann recht schnell aufgelöst. Sehr pragmatisch, die Vietnamesen.

Das geht:

  • Die Methode wie hier Hackfleisch gemacht wird: man nimmt zwei Hackbeile und vollführt mit ihnen eine Art Trommelwirbel auf einem Stück Fleisch bis es klein gehackt ist - hat mich als Schlagzeuger sehr beeindruckt!
  • Die Laster der Müllabfuhr spielen hier ein nettes Liedchen, man hört sie also schon von weitem (Text: “Das üppig grüne Heimatland Vietnam. Kann es für immer sauber und schön bleiben? Das hängt von eurem Handeln ab. Es hängt allein von eurem Handeln ab. Das hängt von eurem Handeln ab. Es hängt allein von eurem Handeln ab.") - es gibt sogar einen Remix davon :)
  • Fahrräder!

Das geht nicht:

  • Angst bekommen beim Straße überqueren und plötzlich stehen bleiben - einfach immer schön langsam weiterlaufen
  • Banh Mi mit Pilz-Rousong
  • Die Lautstärke Hanois
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Cat Ba Nationalpark

von Achim

Für Wanderfreunde gibt es auf Cat Ba den Nationalpark. Dort kann man vom Eingang bis zum Hai Viet Dorf laufen (ca. 9km). Hört sich eigentlich ganz gemütlich an.

Beim Eingang gibt es allerdings einen Aussichtsturm den wir nicht auslassen wollten. Nach ca. 200 steilen Höhenmetern waren wir dann oben und haben die tolle Aussicht auf die Berge genossen:

Wieder unten angekommen ging’s dann auf den eigentlichen Wanderweg:

Wie auch schon bei der Rollertour gab es hier super viele Schmetterlinge:

In allen möglichen Farben und Formen:

Wir hatten Glück dass wir tatsächlich so viele fotografieren konnten:

Sie sind echt schwer vor die Linse zu bekommen da sie unglaublich aufgeregt herumflattern.

An einer Stelle ist mir ein “X” im Wald aufgefallen. Bei genauerem Hinsehen haben wir diese große Spinne dahinter entdeckt:

Anscheinend gibt es mehrere Spinnenarten die solche Muster (Stabilimente) in ihr Netz machen. Wir hatten das vorher noch nie gesehen.

Stellenweise hatten wir gute Aussichten auf die schöne Umgebung:

Dieser Baum (vermutlich eine Würgefeige) hat einen natürlichen Torbogen geformt:

Oder ist es vielleicht Baumbart, der einen Spaziergang unternimmt?

Am Ende der Strecke angekommen haben wir uns dann entschieden noch den Aufstieg zum Funkturm zu machen. Das war sehr anstrengend aber die tolle 360° Aussicht auf Ha Long Bay und Lan Ha Bay war es absolut wert:

Nach dem Abstieg hat uns im Dorf zum Glück gleich jemand angesprochen ob wir ein Boot zurück in die Stadt wollen. Es war schon ziemlich spät und so haben wir das Angebot dankend angenommen. Vom Dorf sind es noch ca. 4,5km zum Hafen vom Hai Viet Fischerdorf. Glücklicherweise war im Angebot ein Leihfahrrad bis zum Hafen inklusive, sodass wir die Strecke nicht auch noch laufen mussten. Zu gucken gab es wieder allerhand:

Am Hafen angekommen haben uns dann schon die “Freunde” des Fahrtenverkäufers erwartet. Und mit diesem Prachtstück sind wir dann wieder in die Stadt gefahren:

Tucker, tucker. An Langsamkeit hat das wohl nur die Fähre nach Cat Ba übertroffen. Wir haben unseren “Sunset Cruise” durch Lan Ha Bay sehr genossen.

Das geht:

  • Schon witzig wie das hier läuft: man drückt einem Typen Geld in die Hand und bekommt lediglich ein Versprechen dass man irgendwo ganz anders von jemandem irgendwohin gefahren wird, ganz ohne Fahrschein oder sonstwas - bisher hat das hier erstaunlicherweise immer geklappt, die Vietnamesen sind wohl sehr ehrlich
  • Am Ende dann fast 20km und über 1000 Höhenmeter gelaufen sein - ein sportlicher Tag!
  • Gerade noch das letzte Boot zurück in die Stadt erwischen

Das geht nicht:

  • Die Autos hier sind echt super niedrig, sodass ich nicht aufrecht sitzen konnte (wir hatten eigentlich einen Busfahrschein zum Nationalpark gekauft, dann stand aber plötzlich ein Taxi vor der Tür)
  • Neben, über und unter Leitungen wandern an denen ein Schild steht: “DO NOT TOUCH! Dangerous electricity caused deadly.” (s.i.c.)
  • Die “Leiter” auf den Sockel des Sendeturms: schon halb abgeknickt und so instabil dass sie sich ordentlich durchgebogen hat wenn man draufgestanden ist - aber immerhin war sie mit Kabeln mit einer zweiten, etwas intakteren, “Leiter” zusammengebunden
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Rollern auf Cat Ba

von Achim

In Südostasien läuft alles mit Rollern. Da es hier bei einer Rollermiete keinen Versicherungsschutz gibt und der Verkehr teilweise recht chaotisch ist, hatten wir uns bisher mit dem Fahren zurückgehalten. Aber ich wollte das doch sehr gerne mal ausprobieren. Und Cat Ba schien der perfekte Ort dafür zu sein.

Bei einer Miete von 4 EUR pro Tag ist das Risiko Geld in den Sand zu setzen auch sehr gering. Nach ein bisschen Probefahrt am Vortag (ich bin davor noch nie gefahren), ging’s heute dann los:

Wir haben zuerst die Strecke zum Fährhafen Richtung Ha Long genommen. Die Landschaft hier ist super schön:

Und das Schöne war dass wir Fotostopps einlegen konnten, wo wir wollten.

Im Gegensatz zu dem Fährhafen an dem wir angekommen sind, ist der Hafen Richtung Ha Long sehr malerisch gelegen:

Ganz in der Nähe gibt es einen Holzsteg zu einem Schrein:

Aufgrund der Ebbe war alles total schlammig. Links und rechts vom Steg haben wir, bei genauem Hinsehen, Schlammspringer entdeckt:

Wir sind dann die Straße wieder bis zum Nationalparkeingang zurück gefahren. Auf dem Weg dorthin sind uns unglaublich viele Schmetterlinge über den Weg geflattert. Die ganze Straße war voll mit ihnen:

Über eine Verbindungsstraße ging’s dann Richtung anderem Fährhafen:

Der Fährhafen Richgung Haiphong ist sehr industriell und man sieht vor allem große Containerterminals. Nicht so interessant. Da sind wir lieber wieder Richtung Unterkunft gefahren und haben die schöne Aussicht genossen. Die Aussichtspunkte waren mit schönen Malereien verziert:

Eine nette Rollertour. Jetzt haben wir das auch mal gemacht und können bei Bedarf nochmal darauf zurückgreifen.

Das geht:

  • Scooter!
  • Wie durch ein Schmetterlingshaus fahren
  • Neue Sachen lernen

Das geht nicht:

  • Panisch die Sonnenbrille suchen und dabei nicht merken dass man sie auf der Nase hat, vor allem wenn’s der Partner erst auch mal nicht sieht - witzig wie das Gehirn manchmal (nicht) funktioniert
  • Wenn der Roller plötzlich komische Geräusche macht als ob ein Teil abfallen würde - ist aber zum Glück alles dran geblieben
  • Ein Wildschwein anhupen das die Straße versperrt - ja, OK, da ist es wohl klug auf die Jägerstochter zu hören (zumal es schon latent aggressiv zu uns herüber geschaut hat)
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