In's Hinterland von Ban Gioc

von Achim

Heute haben wir einen Roller gemietet um die Umgebung weiter zu erkunden. Als erstes sind wir zum Pi Pha Aussichtspunkt gefahren. Man fährt kleine Straßen durch wirklich urige Dörfer. Dem erstaunten Blick der Einwohner sieht man an dass hier nicht oft Touris durchkommen. Der Einstieg zum Aufstieg ist nicht leicht zu finden. Wenn man diesen Bach mit dem unnatürlich blauen Wasser sieht ist man aber schonmal ungefähr richtig:

Bei einem Bezahlparkplatz saß eine Runde alter Männer die zusammen Tee getrunken haben. Mit Handzeichen und Ursels paar Brocken vietnamesisch haben sie uns den Weg zum Eingang gezeigt. Glücklicherweise stand noch ein rauchender Deutscher daneben, der gerade auf dem Aussichtspunkt war. Er hat uns dann ganz genau beschrieben wo’s langgeht. Alleine hätten wir uns nicht getraut da man einen kleinen Weg hinter ein Privathaus nehmen muss. Der Aufstieg dauert nicht allzu lange und nach 20min hat man ein herrliches Panorama:

Leider war das Wetter nur so lala, aber zum Glück trocken.

Auf dem Weg zurück haben wir Hunger bekommen und in einem der Dörfer an einer Suppenküche angehalten. Dort stand eine alte Frau an ihrem Herd und hat für eine Gruppe aus Militärs, Beamten und sonstigen Leuten Suppe gekocht:

Hier war klar dass man mit Englisch nicht weiterkommt. Ursel hat also wieder ihr vietnamesisch ausgepackt. Wir durften drinnen bei der lustigen Gesellschaft Platz nehmen. Sie waren sehr laut und die Abfälle wurden einfach auf den Boden geschmissen. Macht man da wohl so (meistens steht aber ein Mülleimer unter dem Tisch). Als unsere Suppe dann kam haben die Militärs dann noch ein/zwei Schnäpschen gezwitschert und sind dann mit dem Roller wieder zur Arbeit gefahren. Sehr interessant mal so eine “normale” Mittagspause der Leute mitzubekommen. Die Nachbarin wollte vor unserer Weiterfahrt unbedingt noch Fotos mit uns machen und auch die Köchin hat mit uns posiert. Leider haben wir es verpasst sie zu fragen ob sie ebenfalls mit unserem Telefon ein Foto machen kann. Witziges Erlebnis.

Auf dem Heimweg mussten wir dann immer wieder dem Vieh auf der Straße ausweichen:

In der Gegend wird viel Tabak angebaut. Hier wurde er zum trocknen aufgehängt, daneben war ein Ofen zum räuchern (oder weiter trocknen?):

Unser nächstes Ziel war die Nguom Ngao Höhle. Sie gilt anscheinend als einer der schönsten Höhlen Vietnams. Auf dem Parkplatz vor der Höhle stand ein Orchideenbaum mit riesigen Blüten:

Da wir noch unser vietnamesisches Bargeld loswerden müssen haben wir uns für den teuersten Eintritt mit Führung entschieden. Somit kamen wir auch in den hinteren Teil der Höhle der einem mit dem günstigeren Ticket verwehrt bleibt. Und es hat sich gelohnt:

Wären wir nur im vordern Teil gewesen hätte uns die Höhle vermutlich enttäuscht. Aber so haben wir beeindruckende Formationen gesehen. Hier wurde viel mit stimmungsvollen Lichtinstallationen gearbeitet:

Nach unserer Höhlentour sind wir noch zu einem Aussichtspunkt bei den Ban Gioc Fällen gefahren. Wir kamen dabei ganz nah am chinesischen Grenzposten vorbei und sind dann über eine kleine Hängebrücke gerollert. Das letzte Stück mussten wir zu Fuß gehen, da dort gerade noch alles Baustelle ist. Aber die Bauarbeiter waren so freundlich und haben uns trotzdem auf den Aussichtspunkt gelassen. Der Blick auf den Wasserfall von dort war nochmal ganz anders als gestern:

Vermutlich wird das demnächst Teil des offziellen Wegesystems des Wasserfalls. Wir hatten also schonmal ein “Sneak Preview”. In der Unterkunft gab es dann Abendessen gemeinsam mit anderen Reisenden und wir hatten noch einen schönen Abend.

Das geht:

  • Bisher haben es die Leute als nicht gecheckt wenn man versucht hat mit ihnen vietnamesisch zu reden, vermutlich halten sie es nicht für möglich dass ein Touri ihre Sprache sprechen könnte und versuchen daher gar nicht erst einen zu verstehen - in Cao Bang und hier oben aber klappt es mit der Verständigung und die Leute hören einem plötzlich zu und verstehen wenn man was auf vietnamesisch sagt
  • Irgendwie anstrenged aber auch süß dass einem immer wieder Leute “Hello!” zurufen und einen mit großen Augen anschauen - besonders die Kinder sind immer ganz fasziniert von unserer Anwesenheit und beobachten uns oft neugierig
  • Der herzliche Kontakt mit der alten Frau in der Suppenküche - ob sie vorher überhaupt schonmal Touristen bewirtet hat?

Das geht nicht:

  • Große Fettbrocken im Essen, sei’s auf dem Wildschweinteller oder in der Suppe schwimmend - die Leute hier scheinen es aber zu lieben!
  • Eine Tourenführerin die während der Tour die ganze Zeit auf ihr Telefon schaut anstatt bei der Sache zu sein - das gab dann natürlich kein Trinkgeld
  • Wenn plötzlich die Batterie für die Zündung am Roller schlapp macht - zum Glück haben wir es aber noch nach Hause geschafft
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Ban-Gioc-Fälle

von Achim

Wir sind heute von Cao Bang nach Ban Gun gefahren, einem kleinen Dorf an der Grenze zu China. Die Fahrt war insofern bemerkenswert als dass wir in Vietnam zum ersten Mal mit dem öffentlichen Bus, und damit der Standardkomfortstufe der Einheimischen, gefahren sind. Im Gegensatz zu den Luxusbussen mit Liegebetten war hier alles etwas bescheidener: der Bus war hinten vollgestopft mit Paketen und anderen Lieferungen, wir sind mit den Knien fast an den Vordersitz gestoßen und der Fahrer ist teilweise gefahren als wolle er ein Wettrennen gewinnen (das ist allerdings ziemlicher Standard). Wir haben immer mal wieder angehalten um Pakete abzuliefern oder neue Pakete anzunehmen. Hat Spass gemacht das zu beobachten.

Nach relativ kurzweiligen zwei Stunden waren wir dann auch schon in Ban Gun:

Wir haben uns gleich auf die Socken zu den Wasserfällen gemacht. Die Ban-Gioc-Wasserfälle sind für viele Touris der Hauptgrund nach Cao Bang zu kommen. Anscheinend sind sie die viert größten Wasserfälle der Welt. Und sie sind wirklich ein toller Anblick:

Wir haben uns eine Fahrt zu den Fällen auf dem Floß gegönnt. Der Gag an der Sache ist ja dass der Fluss die Grenze zu China bildet. Wir hatten überlegt kurz rüberzugehen, da wir als Deutsche in 2026 wohl kein Visum brauchen. Allerdings ist der Grenzübergang hier wohl nicht für Ausländer passierbar. Aber mit der Fahrt auf dem Floß kann man tricksen, da man auf die chinesische Hälfte des Flusses fährt. Wir waren also technisch gesehen in China! Freundlicherweise hat der Reiseleiter der anderen Gruppe angeboten ein paar Bilder von unserem kurzen Chinabesuch zu machen:

Schade dass nicht gerade ein Pandabär durch’s Bild geschwommen ist.

Die Fälle sind ziemlich breit und die Boote kommen nur zu einem Abschnitt. Ein zweiter, auch sehr schöner, Abschnitt ist etwas weiter südwestlich:

Sieht fast aus wie aus einem Computerspiel.

Insgesamt haben mich die Wässerfälle ein wenig an die Plitvicer Seen in Kroatien erinnert - nur nicht so überrannt. Nachdem wir uns an diesem Naturwunder sattgesehen hatten, sind wir zur Pagode auf den Berg gestiegen. Von dort oben hat man einen tollen Ausblick auf die Landschaft:

Von oben kann man auch besser das Ausmaß der Ban-Gioc-Fälle erahnen:

Wir haben beim Abstieg vom Berg die großen Blüten eines Kapokbaumes bewundert:

Alles in allem also ein wirklich schöner Tag mit strahlenden Gesichtern.

Das geht:

  • Ein Moped auf einem anderen Moped transportieren (man kann das anscheinend einfach quer hintendraufschnallen - wenn man sich traut)
  • Das Paketsystem im Bus - zwar ist der Bus dadurch langsamer, aber er wird besser ausgelastet (es wurde sogar eine Kranstange transportiert)
  • Niedliche Hundewelpen

Das geht nicht:

  • Kackerlaken die auf dem Rücken liegen und einfach nicht sterben wollen - noch nichtmal die Hunde wollten sie fressen
  • Offenes Bad - hui, ziemlich frisch bei den Temperaturen hier
  • Ich habe es, im Gegensatz zu Ursel, leider versäumt mir ein paar der guten deutschen Naschwaren aus dem Supermarkt in Cao Bang mitzunehmen (das Angebot war besser als in manch größerer Stadt)
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Cao Bang

von Achim

Cao Bang ist eine kleine Stadt im Norden Vietnams. Von hier sind es nur noch knapp 60km zur Grenze nach China. Durch Cao Bang fließt der Song Bang Fluss, über den es u.a. diese schöne Hängebrücke gibt:

Auf der Halbinsel, scheinbar dem Zentrum der Stadt, befindet sich ein kleiner Park, in dem an unserem ersten Abend die Leute zusammen Sport machen waren oder einfach spazieren gingen:

Von der Atmosphäre ein bisschen wie das Tempelhofer Feld in Berlin, nur in winzig.

Wir hatten auch die Gelegenheit die örtliche Küche auszuprobieren. Der gehackte Entenhals war nicht ganz so mein Ding (wie Gummi). Aber die, in Clausena Indica Blätter, gehüllten Schweinsschulter-Häppchen waren sehr lecker:

Nach unserem Rollertrip gestern hatten wir heute einen Pausetag und sind ein bisschen auf der Halbinsel herumgelaufen. Vor einem Haus hingen lauter Orchideen:

Auf dem Gehweg ein Stück weiter saßen ein paar Männer und haben ein Spiel gespielt:

Als Ursel sie per Google Translate gefragt hat wie das Spiel heisst. Einer der Vier hat folgende Antwort darauf gegeben:

Zwei Freunde, die einander sehr schätzen, spielen zusammen Schach. Wer besser, klüger und schneller ist, gewinnt. Dann ohrfeigen sie sich gegenseitig und lachen zusammen!

Wir mussten sehr lachen. Sie haben definitiv Humor. Es war ihm dann noch wichtig zu gestikulieren dass sie sich nicht wirklich schlagen. Bei dem Spiel handelt es sich wohl um chinesisches Schach.

Nicht weit von unserer Unterkunft ist ein kleiner Markt. Der war schon fast wieder vorbei als wir kamen, aber die Hühnerabteilung hatte noch offen:

Offenbar kann man sich eins aussuchen und bekommt es dann gleich geschlachtet:

Die Federn wurden zum trocknen auf dem Boden ausgebreitet. Hier wird nichts weggeworfen.

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Mat Than

von Achim

Der Berg Mat Than, auch bekannt als “Das Auge Gottes”, befindet sich nur 15km von Cao Bang entfernt. In diese Gegend verirren sich erfreulich wenige Touris, was die ganze Sache etwas entspannter macht. Keiner quatscht einen an und will einem was andrehen.

Wir hatten uns für heute einen Roller gemietet um die Gegend auf eigene Faust zu erkunden. Die Landschaft hier ist mal wieder sagenhaft:

Nachdem wir den Mac Phuc Pass überquert hatten war es nicht mehr weit. Das letzte Stück Straße ging durch ein kleines Dorf und dann auf unbefestigter Straße. Und was soll ich sagen, “Das Auge Gottes” ist wirklich ein guter Name für diesen überwältigenden Berg:

Er sieht einfach unglaublich cool aus mit dem Loch in der Mitte. Unten im Tal haben Pferde gegrast. Sie hatten mehrere Fohlen dabei:

Eines davon hat seiner Lebensfreude mit Luftsprüngen und herumrennen Ausdruck verliehen. Herzig.

Ebenfalls im Tal frei herumgelaufen sind mehrere Büffelherden:

Auf den Berg selbst hoch durfte man leider nicht, da er auf Privatgelände liegt, wie es scheint.

Nach diesem tollen Anblick ging’s dann weiter zum Thang Hen See. Da war aber, aufgrund der Trockenzeit, nicht so viel Wasser drin:

Auf der Heimfahrt haben wir noch einen Abstecher nach Phia Thap gemacht, ein kleines Dorf das für seine Räucherstäbchenherstellung bekannt ist. Vor fast jedem Haus sitzen Leute und spalten Bambushölzer mehrfach, bis sich daraus die kleinen Stäbchen ergeben:

Diese werden dann getrocknet und anschließend mit der Räucherpaste versehen:

Wir wissen nicht genau ob das durch ein Bad oder Auftragen geschieht, da wir ohne Führer hier waren.

Witzig waren die Ställe für die Ochsen, die alle ein Fenster hatten, das gerne genutzt wurde:

Interessant! Wir hätten beide nicht erwartet dass die Räucherstäbchen noch von Hand hergestellt werden. Es war sehr interessant den Leuten zuzuschauen wie sie das machen.

Das geht:

  • Die schönen Bergstraßen
  • Dass beim Mat Than die Tiere frei herumlaufen - war ein schönes Gefühl ihnen einfach so in der Landschaft zu begegnen
  • Stabiler und geschmeidiger Roller

Das geht nicht:

  • Wenn einem in der Kurve zwei große überholende Laster entgegenkommen - ich bin dann mal auf dem Grünstreifen…
  • Leute die das Klo mit Klopapier verstopfen - das gehört hier doch in den Mülleimer, nicht in die Schüssel
  • Die riesen Portion Sticky Rice w/ Canarium aufessen - zum Glück hatten wir nur eine Portion für uns beide bestellt
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