Cole Cole

von Achim

Weil das Wetter so toll war und wir uns darübe gefreut haben, wollten wir heute nach Cole Cole wandern. Das ist ein Strand ca. 16km vom Nationalparkeingang in Cucao entfernt, wo wir die Nacht verbracht haben. Der Weg führt zuerst auf der Straße bis zu einem sehr langen Strand. Unterwegs sind wir an dieser hübschen Kirche vorbeigelaufen:

Anscheinend leben hier hauptsächlich Ureinwohner Chiles. Diese mögen wohl gerne kräftige Farben und schöne Formen. Zum Beispiel haben sie in der Mitte dieser kleinen Brücke einen Bootsrumpf eingearbeitet:

Macht echt was her!

Die nächsten 5km ging’s dann über den Strand am Meer entlang. Dort haben wir eine Frau gesehen, die vermutlich Muscheln für’s Abendessen gesammelt hat:

Am Strand langlaufen ist ja schön, aber nicht unbedingt mit seinem ganzen Hausstand auf dem Rücken. Deshalb waren wir sehr froh als wir beim Camping Pudú angekommen sind. Ausser uns gab es keine Gäste auf dem Zeltplatz, welcher sich als Pferdekoppel herausgestellt hat:

(man beachte das Seil, das das windschiefe Plumpsklo im Hintergrund vor dem Umkippen sichert und verhindert dass das Dach vom Wind weggeweht wird)

Es gab tatsächlich noch 2qm dungfreien Rasen, auf dem wir dann unser Zelt aufgestellt haben. Die verbleibenden 4km nach Cole Cole konnten wir dann ohne Gepäck laufen. Es ging ziemlich steil hoch, was für herrliche Aussichten gesorgt hat:

Die grünen Steilhänge sind einfach der Hammer. Erinnerte uns sehr stark an Hawaii:

Auf dem Weg haben wir viele grüne Papageien (Langschnabelsittiche) gesehen. Fotografieren konnten wir sie allerdings leider nicht da sie extrem scheu waren.

Nach ein bisschen mehr auf und ab durch moosbewachsene Hohlwege sind wir schließlich am Playa Cole Cole angekommen:

Ein sehr schöner Strand. Alle, die ihr Gepäck bis hierher geschleppt haben, können an diesem schönen Strand auf dem Nationalparkzeltplatz ihr Zelt aufstellen.

Die Anwohner kommen mit Pferden hierher um Tang zu ernten. Der wird getrocknet und dann in der Stadt verkauft:

Der Tang wird u.a. für Suppen, Aufläufe sowie Marmeladen verwendet.

Das geht:

  • Chiloé bei strahlendem Sonnenschein - gibt es wohl nicht sonderlich oft
  • Freundliche Einheimische, die einem mit einer Rolle Klopapier aus der Not helfen
  • Papas die sich die Zeit nehmen um mit ihren Söhnen zusammen ein Lagerfeuer zu machen

Das geht nicht:

  • Klopapier im einzigen Minimarkt kaufen wollen und dann hat der zu…
  • Stileis das nach Orange schmecken soll, dann aber tatsächlich irgendwo bei Geschmacksrichtung Dixie-Klo anzusiedeln ist
  • Am Blauwalaussichtspunkt stehen und weit und breit sind keine Blauwale in Sicht
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Chiloé

von Achim

Heute sind wir von Puerto Montt auf die “Isla Grande de Chiloé”, kurz Chiloé, übergesetzt. In Castro, der Hauptstadt der Insel, gibt es bunte Häuser auf Stelzen:

Nach kurzer Kaffeepause in Castro sind wir gleich nach Cocau weitergefahren, denn dort beginnt der Nationalpark Chiloé. Wir haben unser Zelt im Nationalpark aufgestellt, inmitten von Arrayane-Bäumen:

Obwohl wir erst recht spät angekommen sind, wollten wir doch noch ein paar der (kurzen) Wanderwege machen, die vom Zeltplatz aus erreichbar sind. Dort haben wir u.a. Vögel gesehen:

Einer der Wege führt zu den Dünen am Pazifik. Es war sehr schön mal wieder den offenen Pazifik zu sehen - als Bonus gab’s noch einen Raubvogel obendrauf:

Der Abend hat die Küste in ein stimmungsvolles Licht getaucht. In der Ferne konnten wir die Steilklippen der Insel sehen:

Etwas später gab’s dann einen Sonnenuntergang über dem Urwald, den man vom Aussichtsturm im Park schön sehen konnte:

Es war trotzdem noch hell genug für ein paar Wege, denn es ist hier bis ca. 22:00 noch ziemlich hell. Und so sind wir im Dämmerlicht ganz alleine durch den Urwald geschlichen:

Ein tolles Erlebnis!

Das geht:

  • Fährüberfahrt bei Sonnenschein
  • Spielende Robben im Meer
  • Milchpulver dabei haben

Das geht nicht:

  • Dass die Fahrzeugführer auf der Fähre die ganze Fahrt über den Motor laufen lassen
  • Die Bildschirmzeit der Leute an mobilen Endgeräten - auch von Kleinkindern, denen die Eltern Filme am Mobiltelefon förmlich aufzwingen
  • Eine heiße Schokolade bestellen und dann eine Tasse heißes Wasser und Kaba bekommen
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Kuchen

von Achim

Leider war es heute morgen wieder ziemlich wolkenverhangen, weshalb wir beschlossen haben nach Puerto Montt weiterzufahren:

Allerdings nicht ohne ein gebührendes Frühstück. In diesem kleinen Café, welches wir gestern entdeckt hatten, stand wieder “Kuchen” angeschrieben - und diesmal gab es welchen:

Es gab Streuselkuchen und ein “postre con mucho cremas”. Obwohl im Café nicht viel los war, war jede Menge Leben in der Bude. Die zwei Mädels, die den Laden geschmissen haben, hatten viel Spaß - besonders als die Kaffeemaschine fast explodiert wäre.

Das Frühtück war sehr lecker. Und ich bin mir ziemlich sicher es war alles selbstgemacht, inkl. das Kaffeehaus selbst.

Von Hornopirén nach Puerto Montt mussten wir wieder ein kurzes Stück mit der Fähre fahren. Nicht so malerisch wie durch den Pumalín Park, aber wir haben dafür diesen Falken aus nächster Nähe gesehen:

Puerto Montt ist wieder eine richtige Stadt (> 170.000 Einwohner) mit all ihren guten und schlechten Seiten. Hier beginnt die Carretera Austral, oder auch Ruta 7, welche wir nun der gesamten Länge nach von Villa O’Higgins nach Puerto Montt entlanggefahren sind:

Eine sehr schöne Straße, aber mit wenig Teer und viel Regen.

Das geht:

  • Selbstgemachter Streuselkuchen
  • Leute, die Spaß bei der Arbeit haben
  • Zwei Minuten vor Abfahrt an der Bushaltestelle sein und den Bus trotzdem noch kriegen

Das geht nicht:

  • Wandern wenn alles wolkenverhangen ist und man sowieso nichts sieht - deshalb sparen wir uns das
  • Das Bierangebot in Hornopirén
  • Laute und dreckige Städte
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Parque Pumalín

von Achim

Heute morgen ging es bei unter 10°C und Regen um 5:50 in Puyuhuapi Richtung Chaitén los. Kein guter Start in den Tag. Die Berggipfel um uns herum, sofern man sie gesehen hat, waren frisch bepudert vom vielen Niederschlag der letzten Tage:

Eigentlich wollten wir in Chaitén bleiben um noch im Pumalín Park wandern zu gehen (noch ein Park von “The North Face” Gründer Douglas Tompkins). Da es allerdings immer noch geregnet hat und auch für morgen keine Besserung in Sicht war, haben wir beschlossen einfach nur durchzufahren. Der Park ist riesig und erstreckt sich von Chaitén bis Hornopirén. Der Vulkan Chaitén, nahe des Dorfes Chaitén, ist 2008 überraschend ausgebrochen und hat ziemlich viel Verwüstung angerichtet. Teilweise kann man immer noch tote Baumstümpfe sehen:

Um von Chaitén nach Hornopirén zu gelangen muss man zwei Fähren nehmen. Am ersten Fähranleger, Caleta Gonzalo, konnten wir aussteigen und die tolle Landschaft bewundern:

Die Fahrt mit der Fähre ist super schön. Überall ist es total grün und die steilen Hänge sind sehr dicht bewachsen. Die erste Fährfahrt dauert nur recht kurz. Danach geht es per Bus ein Stück über Land und dann auf die zweite Fähre:

Die 3½h Fahrt mit der zweiten Fähre ist nicht weniger spektakulär. Wir konnten sogar auf das dritte Deck direkt neben dem Kapitänshäuschen. Von dort oben hatte man einen fantastischen Ausblick auf die dichtbewachsenen Hänge:

Die Karte für die gesamte Fahrt war extrem günstig (ca. 7 EUR) und wir waren begeistert von dieser tollen Fährroute durch den Pumalín Park:

Hin und wieder haben wir auch ein paar Fisch-Farmen gesehen. Diese bieten Anlass für Konflikte, da sie das Wasser im Park verschmutzen und das Ökosystem gefähren. Tja, leider hat mit der Aquakultur die Massentierhaltung Einzug ins Wasser gehalten und sorgt dort für ziemlich ähnliche Probleme wie die Massentierhaltung an Land. Wieder ein Grund weniger Fleisch zu essen.

Irgendwann ist dann in der Ferne der Vulkan Hornopirén aufgetaucht, dessen markante Silhouette man schon von weitem sehen konnte:

Kurz vor der Landung in Hornopirén kam dann die Sonne raus und es wurde richtig schön. Wir haben die Entscheidung nicht bereut aus dem Regenwetter rausgefahren zu sein. Wenn wir Glück haben und der Wetterbericht Recht, dann soll es morgen sogar ganze 17°C haben. Dann wären wir von winterlichen wenigstens wieder zu herbstlichen Temperaturen gewechselt. Ein Schritt in die richtige Richtung.

Das geht:

  • Riesige Flächen unter Naturschutz - Raum zum atmen für Menschen, Tiere und Pflanzen
  • Die riesigen Farne im Pumalín Park und der Umgebung
  • bon-o-bon Kekse

Das geht nicht:

  • Im Urlaub vor 6:00 aufstehen
  • Chips zum Frühstück
  • Die uncharmante Art und fehlende Empathie vieler Deutschen mit der Andersartigkeit oder dem Scheitern anderer Personen umzugehen (z.B. in Form von Sprüchen wie “Selbst schuld” oder “Dummheit siegt”)
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Puyuhuapi

von Achim

Seit drei Tagen sind wir nun schon in Puyuhuapi. Dieses kleine Dorf liegt am Ende eines Fjords und scheint ursprünglich von Deutschen besiedelt worden zu sein. Überall sieht man Anzeichen dafür, z.B. in der “Puenta Walter Hopperdietzel” oder der “Avenida Otto Uebel”. Und “Kuchen” bekommt man hier auch an mehreren Orten:

Hätten wir sehr gerne probiert, war aber leider schon ausverkauft.

Puyuhuapi liegt nicht nur an einem Fjord, sondern auch in gemäßigtem Regenwald. Das heisst es regnet hier auch relativ viel. In unserem Fall seit drei Tagen. Zudem hat es ähnliche Temperaturen wie momentan in Freiburg, sodass es sich hier auch fast wie Winter anfühlt. Bei diesem Wetter hat sich ein Besuch der “Termas del Ventisquero” angeboten. Das sind natürliche Thermalquellen, die direkt am Meer liegen:

Das heiße Wasser läuft in die Becken und füllt sie. Temperaturausgleich wird mithilfe eines Kaltwasserschlauches hergestellt. Mit diesem rückt die Besitzerin von Zeit zu Zeit an und füllt so lange kaltes Wasser nach, bis die Temperatur angenehm ist. Mit ca. 22 EUR pro Person ist dieses kleine Freibad mit drei winzigen Becken und ohne beheitzten Innenraum zwar hoffnungslos überteuert, aber sehr schön gelegen. Und wir konnten sogar ein paar Delfine, d.h. ihre Flossen, im Meer schwimmen sehen.

Um das schöne Wetter heute Morgen zu nutzen, haben wir beschlossen ein wenig die Umgebung zu erkunden. Wir sind entlang des Fjords gelaufen und haben im Garten eines Hauses diesen alten Bus entdeckt:

Danach ging’s zu einem Aussichtspunkt. Der Weg führte zuerst auf eine Kuhweide, vorbei an ein paar Jungtieren, dann entlang eines Baches:

Nach der Brücke sind wir kurz durch einen Wald mit roten Arrayane Bäumen gelaufen, um dann oben beim Aussichtspunkt einen schönen Blick über das Fjord und die frisch beschneiten Gipfel zu haben:

Morgen geht’s dann weiter nach Norden, wo wir hoffentlich mal wieder die Sonne sehen werden.

Das geht:

  • Delfinflossen sehen, während man im Thermalbecken liegt
  • Die Flora im Regenwald
  • Ein trockenes Zimmer haben

Das geht nicht:

  • Keinen Kuchen mehr bekommen
  • Dauerregen
  • In dem Moment, in dem im ganzen Dorf das Wasser für ca. 1h ausfällt, eingeseift und shampooniert unter der Dusche stehen
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