Ausflug in die Tropen, oder so

von Achim

Nur eine halbe Zug-Stunde von Berlin entfernt befinden sich die Tropical Islands. Es ist, ähnlich wie der Kohletagebau, etwas das man mal gesehen haben muss wenn man schon in der Nähe ist. In der riesigen Halle der ehemaligen CargoLifter AG ist ein Badeparadies mit Saunalandschaft und Indoor-Tropenwald entstanden.

Vom Bahnhof “Brand Tropical Islands” wird man von einem Shuttlebus abgeholt und zum Eingang der gigantischen Badehalle gebracht:

Sie ist so groß dass man sie nicht wirklich gut auf’s Bild bekommt.

An Eingang und Kasse hat uns erstmal Anarchie und Chaos erwartet. Das Personal war offenbar komplett überfordert mit der Situation und so hat es eine ganze Weile gedauert bis wir endlich eingelassen wurden. Drinnen erwartete uns neben dem versprochenen Tropenwald (sogar mit einem echten, freilaufenden bunten Huhn und einem Schmetterlingshaus!), zwei große Innenbecken, ein Aussenbecken und zwei große Rutschentürme. Zwischendrin gibt es zahlreiche Häuschen die als Nachtunterkunft dienen, Restaurants, Einkaufsgelegenheiten und eine Vergnügungsmeile für Kinder. Insgesamt ist die Atmosphäre eine Mischung aus Ballermann und Las Vegas - nur familienfreundlicher.

Der Saunabereich war ganz nett gestaltet, allerdings ein bisschen kühl und laut um so wirklich runterzukommen. Aber klar, es ist alles in dieser riesigen Halle. Ich möchte nicht wissen was die jeden Tag an Heizkosten haben.

Nach einem langen Tag und unzähligen Euros ging es dann Nachts mit dem Shuttle wieder zurück zum Bahnhof “Brand Tropical Islands” an dem wir dann eine Stunde im Kalten warten mussten weil die Bustaktung so schlecht war dass wir den Zug nach Berlin ganz knapp verpasst haben. Wer plant so etwas?

Ursels Fazit: “ich komme nie wieder”. Meines fällt ähnlich aus.

Aber der Tropenwald und die Inneneinrichtung war schön gemacht, das muss man ihnen lassen.

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Ein Jahr russische Aggresion

von Achim

Ich weiss nicht ob ich dieses Datum je wieder vergessen werde: der 24.02.2022. Obwohl Russlands Angriff auf die Ukraine an diesem Tag weit von uns entfernt stattgefunden hat, hat er für mich doch vieles verändert. Neben meinem Denken über Bundeswehr, Militär und Rüstungsindustrie, die NATO, Energiesicherheit und Europa vor allem aber eins: mein Bild von Russland.

Was an diesem Tag passiert ist hat mich einfach nur fassungslos gemacht und ich konnte es fast nicht glauben als ich die Berichte in der Zeitung gelesen habe: Russland fällt in die Ukraine ein. Ich kann mich noch gut daran erinnern dass die Amis schon Wochen zuvor davor warnten dass die Russen die Ukraine eventuell angreifen wollten. Ich hielt das für übertrieben und dachte dass sie Ruaaland mal wieder als den “Buh-Mann” darstellen wollen. Auch in der Ukraine hat man gewitzelt dass, wenn die Amis denn Informationen haben wann dieser angebliche Angriff denn stattfinden soll, man es sie doch bitte wissen lassen solle. Putin selbst hat noch einen Tag davor gesagt dass hier keiner vor hat die Ukraine anzugreifen und dass die Amis mal nicht solche Gerüchte verbreiten sollten.

Und dann war es soweit. Russland ist in die Ukraine einmarschiert.

Es war unglaublich vor einem Jahr die Solidarität mit der Ukraine und den Einsatz der Menschen hier in Berlin und in ganz Europa zu sehen. Wir selbst haben Anfangs zwei Flüchtlinge aufgenommen. Ich habe noch sehr gut die Bilder der Menschenströme am Berliner Hauptbahnhof im Kopf. Das Chaos und die Leute die völlig übermüdet aus der Ukraine hier ankamen. Und wie ich am 27.02.2022, dem Sonntag nach dem Angriff, mit zehntausenden anderen Menschen auf die Straße gegangen bin:

Ich war an diesem Tag sehr berührt von den Menschenmassen die vom Alexanderplatz bis zur Siegessäule reichten. Und, wie alle, erfüllt von einer unglaublicher Wut auf Putin.

Ein Jahr später: Russland hat nichts als Tod und Zerstörung über die Ukraine gebracht. Nichts scheint vor ihnen sicher zu sein. Sie bombardieren wahllos Wohnhäuser, Kindergärten, Schulen, Krankenhäuser. Sie foltern, morden, vergewaltigen, rauben und entführen. Sie drohen der Welt mit Atomwaffen. Ihnen scheint jede Achtung vor dem Leben und sogar ihrem eigenen Volk zu fehlen wenn man sieht wie sie ihre Landsleute an der Front verheitzen. Und dann ständig diese Lügen. Freiheit, Wahrheit und Denken scheint in Russland nicht mehr zu existieren. Es wurde durch Unterdrückung und Propaganda ersetzt. Meine Oma hat mir ähnliche Geschichten aus Nazi-Deutschland erzählt.

Und auch dieses Jahr sind die Menschen in Berlin zusammengekommen um vor der russischen Botschaft ihre Empörung über die russische Aggression auszudrücken:

Es wurde ein zerstörter russischer Panzer vor der russischen Botschaft aufgestellt:

Der Panzer wurde aus der Ukraine nach Berlin gebracht. Sein Kanonenrohr war symbolisch auf die russische Botschaft gerichtet:

Vor dem Brandenburger Tor war dann das Ende des Demo-Zuges und es gab u.a. eine aufgezeichnete Ansprache von Präsident Selenksyj:

Ich hoffe die Ukraine wird, mit unserer kräftigen Unterstützung, stand halten und ihre Freiheit wieder finden. Wer weiss, vielleicht hat sie sie am 24.02.2024 bereits wieder.