Heute ging unser erster Abschnitt im Westen Südafrikas zu Ende und der zweite Abschnitt im Osten beginnt. Wir sind von Kapstadt nach Johannesburg geflogen, haben dort den Mietwagen abgeholt und haben uns dann gleich auf den Weg gemacht. Wir wollten noch ca. 250km fahren, bis nahe zur Grenze an Lesotho. Das war schwieriger als gedacht.
Erstmal war richtig dicke Stau in Johannesburg, weil es da einen Unfall gab. Als wir dann endlich raus waren, hat es angefangen mit fetten Schlaglöchern in den Straßen. Und dann kamen irgendwann Baustellen, bei denen man von der Straße runter und dann nebendran auf einer Dreckpiste fahren musste. Ist ja eigentlich alles nur halb so wild, aber da es die letzten Tage hier wohl ordentlich geregnet hatte waren diese Dreckpisten die reinsten Matschlöcher. Wir haben fest gehofft da nicht stecken zu bleiben da es ziemlich rutschig war. Dass es dann dunkel wurde hat auch nicht unbedingt geholfen. Aber wir haben alles mit Bravour gemeistert. Walter Röhrl wäre stolz auf uns. Da es, wie gesagt, schon dunkel war hatten wir Schwierigkeiten die Unterkunft zu finden weil es keine wirkliche Adresse gab. Nachdem wir eine Weile planlos in der Gegend rumgelaufen sind und versucht haben das richtige Haus zu finden, hat es dann zum Glück mit Hilfe eines freundlichen Menschen aber noch geklappt.
Unserem Auto hat man die Rallye auf jeden Fall ordentlich angesehen:
So eine dreckige Karre hatten wir glaub' noch nie.
Nach einer stürmischen Nacht (naja, nicht so wie ihr denkt - uns hat’s fast das Zelt weggepustet) sind wir zeitig aufgebrochen um den Wolfberg Trail zu machen. Die Wanderung besteht aus zwei Teilen: Wolfberg Cracks und Wolfberg Arch. Wir wollten beide machen (8h). Vom Algeria Campground muss man dazu erstmal noch ca. 40km weiter über eine abenteuerliche Holperpiste bis zur Cederberg Winery fahren um sich dort eine Wandererlaubnis zu holen.
Als das alles erledigt war sind wir vom Wanderparkplatz gestartet und die erste Stunde erstmal nur steil bergauf gestiegen. Schon bald hatte man einen tollen Blick in’s Tal mit dem Weingut:
Die Felswand mit den Cracks (Schluchten) kam immer näher und als es dann Zeit war den Eingang zu finden haben wir uns erstmal verstiegen. Aber beim zweiten Anlauf hat’s geklappt. Zu unserer Überraschung musste man tatsächlich richtig klettern mit kleinen Tritten und Seilen und so. Nicht ganz Pille-Palle. Nachdem wir dann an einer Felskante entlangmarschiert sind (Hallo Höhenangst!) und um die Ecke gebogen, hat sich aber ein wirklich toller Anblick geboten - der Eingang der Narrow Cracks:
Dort galt es durchzuschreiten und von der anderen Seite hatte man einen tollen Ausblick auf’s Tal (jetzt schon wirklich sehr tief unten):
Wir hatten von der Rezeption, die uns die Wandererlaubnis ausgestellt hatte, extra ein kleines Blatt bekommen das einem hilft durch die Cracks zu finden. Es ist nämlich nicht ganz einfach. Und wie wir feststellen mussten muss man sich auch ganz schön quetschen. Aber wenn man mal drinnen ist bietet sich ein toller Anblick mit Felsbögen und -brücken:
Der absolute Wahnsinn! Weil es so eng ist, leider schwer zu fotografieren.
Irgendwann standen dann “difficult chock stones” auf dem Zettel. Na wenn es bisher noch nicht schwierig war, dann Prost-Mahlzeit! Das war dann tatsächlich nochmal eine richtige Herausforderung. Hier ein Action-Shot von Ursel:
Wir haben es dann aber auch noch geschafft. Wir waren dann froh - und stolz! - als wir es zum Ausgang der Schlucht geschafft hatten. Hier der Blick zurück:
Das war der schwierigste Teil der Wanderung. Nachdem wir erstmal aus dem Narrow Crack draussen waren, galt es hauptsächlich noch den Weg zum Wolfberg Arch nicht zu verlieren (war nicht wirklich markiert und man musste Fußstapfen und Steintürmchen folgen). Die paar Kilometer waren aber großteils flach und so kamen wir schnell vorwärts und hatten schon bald den Wolfberg Arch vor uns:
Da es dort gewindet hat wie ab sind wir nicht allzu lang dort geblieben und haben uns auf den Rückweg gemacht. Wieder zurück über die Hochebene aber der Abstieg diesmal über den “Wide Crack”. Der war deutlich einfacher, auch wenn man hier ebenfalls immer mal wieder ein bisschen kraxeln musste. Aber auch das haben wir hingekriegt und waren dann nach 7h wieder am Wanderparkplatz.
Auf der Heimfahrt hatten wir dann noch ein richtig schönes Abend-Panorama in das Tal mit dem Algeria Camp:
Sehr geile Wanderung mit schönem ganzkörper Faktor!
Was diese Bilder nicht erzählen:
Ursel war total scharf auf diese Wanderung, ihr war aber wohl (zum Glück) nicht klar dass man hier schon recht viel klettern muss, sonst hätte sie sie niemals rausgesucht. Tja, manchmal ist es gut wenn man nicht so genau weiss was kommt, sonst hätte man sich u.U. nicht getraut und was tolles verpasst.
Als wir wieder am Zeltplatz angekommen sind stand unser Zelt ganz komisch da. Es hat eine Weile gedauert bis wir verstanden haben dass es wohl weggepustet wurde und es jemand freundlicherweise wieder eingesammelt und provisorisch besfestigt hat. Super nett! Es muss echt ganz schon gewindet haben - einer der Heringe lang ein paar Meter weiter im Busch.
Richtig arschkalt hier in der Nacht! Zum Glück hab' ich mir mein Merino-Vlies mit eingepackt.
Nach dem Aufbruch vom Pakhuys wollten wir uns noch alte Wandmalereien der San anschauen, die sich hier ganz in der Nähe befinden. Bei der Farm “Traveller’s Rest” beginnt der “Sevilla Trail” auf dem man zu den Malereien wandern kann. Es gibt neun Stellen mit Felsbildern. Dargestellt sind u.a. Tiere und Jagdszenen:
Hier wird wohl gerade die Beute nach Hause getragen:
Anscheinend sind die Malereien 300 - 6000 Jahre alt. Schon echt cool wenn man bedenkt wie lange die Farbe hier am Fels gehalten hat! Ob in Berlin in 6000 Jahren wohl immer noch die Graffitis an den Wänden sichtbar sind?
Dann ging’s zurück über den Pakhuys Pass auf die andere Seite der Berge. Am Pass haben wir die Gelegenheit genutzt einen Schnappschuss der Landschaft zu machen:
Unser Übernachtungsplatz für die nächsten zwei Tage wird das Cederberg Naturschutzgebiet sein. Nach dem Zeltaufbau haben wir noch einen kleinen Abendspaziergang reingequetscht und diese Blumen hier entdeckt:
Nun aber schnell wieder zurück, ab 18:30 ist hier ja schon wieder zappenduster.
Was diese Bilder nicht erzählen:
Der “Sevilla Trail” ist zwar super interessant mit den ganzen alten San Malereien aber der Weg ist leider nicht gut markiert sodass wir uns mehrfach verlaufen haben (zum Glück hatten wir die OSM Offline-Karten von maps.me auf dem Telefon)
Ursel meinte “wer so Wege ausschildert, bei dem will ich nicht wissen wie er kocht”. Wir haben woanders gegessen.
Wir haben unsere Vorräte in Clanwilliam aufgefüllt, einer netten Kleinstadt mit angenehmem Flair
Heute beim Frühstück im Karoo NP haben wir Chamäleons gesehen:
Sehr cool! Hätte ich nicht gedacht dass ich je welche in freier Wildbahn sehen würde.
Danach ging’s dann zurück in den Westen. Nach ca. sieben Stunden Fahrt sind wir dann bei unserer Unterkunft “De Pakhuys” angekommen. Es ist umgeben von einer sehr schönen Felslandschaft:
Wir wohnen hier in dieser urigen Hütte:
Vor der Hütte gibt es auch noch eine, mit Holzfeuer beheizbare, Warmwasserwanne (hot tub).
Wir haben uns beeilt dass wir vor Einbruch der Dunkelheit noch den “Waterfall Walk” machen können. Dieser führt mitten durch die Felslandschaft:
Hin zu einem malerischen, mehrstufigen, Wasserfall:
Wenn das mal kein schöner Tagesabschluss ist.
Was diese Bilder nicht erzählen:
Ich weiss, es ist jetzt schon das dritte Mal dass ich es erwähne, aber der Sternenhimmel hier ist wirklich der Hammer! Man macht sich in Berlin (und vermutlich fast überall in Deutschland) keine Vorstellung davon wie der eigentlich aussieht, so ganz ohne Lichtverschmutzung.
Arbeitstitel für diesen Eintrag war “Fickende Chamäleons”
Und das kam so: In der Bambuda Lodge in Panama sind mehrfach kopulierende Geckos auf Ursel gefallen. Anscheinend fallen sie wohl bei der Paarung öfters mal runter. Als es heute beim Frühstück auf einmal ein “Platsch” Geräusch neben unserer Picknickbank gemacht hat habe ich geschaut was das war - und siehe: zwei Chamäleons. Die Geckos sind wohl nicht die einzigen die sich beim Sex sehr gut “fallen lassen” können. :)
Die Karoo ist eine Halbwüstengegend in Südafrika. Um dorthin zu kommen sind wir ziemlich lange einfach gerade aus durch die Pampa gefahren:
Ist ein bisschen als würde man durch Nevada fahren. Im gleichnamigen Nationalpark haben wir erstmal unser Zelt aufgebaut und dann hieß es wieder “Game Drive”. Gleich am Anfang haben wir diese kleinen Böcke entdeckt:
Echt herzig. Es war sehr einfach sie zu fotografieren weil sie sich totstellen wenn sie einen bemerken.
Die Landschaft hat, trotz ihrer Kargheit, immer wieder schöne Anblicke geboten:
Und auch hier haben wir wieder die üblichen verdächtigen gesehen, diesmal aber auch mit Pavianen auf dem Bild:
Eine neue Entdeckung war dieser Löffelhund (bat eared fox):
Die Fahrt hat sich ziemlich hingezogen (man darf nur 20km/h fahren) sodass wir kurz vor Ankunft im Lager ein richtig schönes Abendlicht hatten:
Leider blieb dann nicht mehr viel Zeit für den “Fossil Trail”, aber so haben wir den halt nur noch kurz im Schnelldurchgang gemacht.