Irrfahrt nach Santiago Apoala

von Achim

Unser heutiges Ziel, Santiago Apoala, liegt im Berg. Es ist nicht immer ganz leicht herauszufinden wie die Straßenzustände sind, bevor man losfährt. Und da wir keinen Geländewagen gemietet haben, hat Ursel extra noch die Straßen per Google-Streetview stichprobenmäßig gecheckt: sollte alles geteert sein.

Wir sind also losgefahren. Für die 40km braucht man ca. eine Stunde. Am Anfang sah noch alles gut aus:

Nur leider hat dann 7km vor unserem Ziel die betonierte Straße aufgehört und in eine abenteuerliche Dreckpiste gemündet. Wir waren wohl ganz am Anfang falsch abgebogen. Also fast wieder eine Stunde zurück gefahren und versucht nun richtig abzubiegen. Nach einer Stunde sind wir dann tatsächlich in Santiago Apoala angekommen.

Es war Mittagszeit und wir wollten etwas essen. Das einzige Restaurant im Ort hatte geschlossen. Wir haben das Mädchen vom Süßigkeiten-Verkaufsstand gefragt ob sie uns noch einen Tipp hat. Sie hat uns in eine Richtung geschickt und wir sind dann auf diese “Cafeteria” gestoßen:

Das sah aus als ob jemand einfach einen Tisch in den Hof gestellt hat. Aber die nette Mama hat uns ein paar Enchiladas und sogar heiße Schokolade (die ist hier der Hit!) gekocht:

Sehr geschäftstüchtig, die Mexikaner.

Frisch gestärkt ging’s endlich mit dem Ökotourismus los. Wir mussten 100 MXN pro Person bezahlen (ca. 5 EUR) und hätten uns dafür einer Gruppe mit Führer anschließen können. Wir entdecken lieber in unserem eigenen Tempo und haben daher auf den Führer verzichtet.

Zuerst ging’s zum Wasserfall:

Sehr schön. Und man konnte im Becken baden - wenn einem das Wasser nicht zu kalt war!

Immer wieder haben wir diese kleinen, knallroten Vögel gesehen:

Der zweite Wanderweg ging zu einer Schlucht. Die mächtigen Berge rund um Santiago Apoala sind sehr beeindruckend:

Der Weg ging an fast senkrechten Felswänden vorbei:

Ob hier auch Leute klettern? Sieht aus wie dafür gemacht!

Am Ende verlor sich der Weg in einer Felsschlucht, durch die ein Fluss fließt:

In der Schlucht lag ein Straßenhund und hat sich ausgeruht. Als wir kamen hat er uns ein bisschen begleitet, bis wir wieder im Dorf waren. Ein sehr schöner Ausflug in toller Berglandschaft und mit wohltuender Bewegung!

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Oaxaca und das organisierte Chaos

von Achim

Oaxaca ist die Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates. Wir waren auf der Durchreise und haben hier einen kurzen Stopp eingebaut. Hübsch sieht’s hier aus:

Wir sind an einer schönen Kirche vorbeigekommen:

Wir waren in einem Viertel mit vielen Wandmalereien:

Die waren wirklich sehr bunt und beeindruckend:

Skelette waren immer wieder ein beliebtes Motiv:

Es war richtig toll die Kreativität der Künstler zu sehen:

Anschließend sind wir noch, auf Empfehlung einer netten kanadischen Familie, die wir ein paar Tage vorher bei der Biolumineszenz-Tour getroffen haben, zum Mercado 20 de Noviembre gegangen. Es gab lauter Grillstände, bei denen man sich was gegrilltes aussuchen konnte:

Wir haben uns für das kleinste “Paket” entschieden (3 x 250g Fleisch). Dann sind wir einem kleinen Jungen hinterhergelaufen, der uns einen freien Tisch suchen wollte. Kein leichtes Unterfangen bei dem Gedränge:

Nachdem er die halbe Markthalle abgeklappert hatte, hat er aufgegeben und wir sind zum Grillstand zurück. Dort wurde dann gerade direkt nebendran etwas frei. Er hat mir dann in’s Ohr geflüstert dass wir jetzt aber auch noch etwas zum Trinken bestellen müssten, weil die Tische nicht zum Grillstand gehörten. Also haben wir je ein Getränk bei einer Person bestellt, die wir für die Inhaberin der Tische hielten. Gleichzeitig wurde uns aber auch noch ein Gemüsepaket von einer dritten Person angeboten. Das haben wir dann auch noch genommen, schließlich wollten wir ja nicht nur Fleisch. Als das Essen dann auf dem Tisch stand, kam dann die vierte Dame vorbei und meinte da fehlen ja noch die Tacos. “Recht hat sie”, dachte ich mir und habe noch sechs Tacos bestellt. Hier sieht man dann das Ergebnis dieser erfolgreichen “Land & Expand"-Strategie:

Der Unterschied zur klassichen “Land & Expand”-Strategie war hier jedoch dass am Schluss vier Parteien profitiert haben, anstatt den Profit eines einzigen Verkäufers auszuweiten. Fleisch, Gemüse & Soßen, Getränke und Tacos - alles von unterschiedlichen Händlern aber an einem Tisch gegessen. Alles total durcheinander aber trotzdem hoch funktional. Das Treiben war sehr faszinierend anzuschauen, besonders wenn man beruflich mit verteilten Systemen arbeitet.

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Hierve el Agua

von Achim

Heute stand Hierve el Agua auf dem Programm. Dabei handelt es sich um eine Art versteinerte Wasserfälle. Die Umgebung allein ist bereits sehr schön anzusehen:

Auf dem Gebiet gibt es mehrere mineralhaltige Quellen, die über hunderte von Jahren diese tollen Formationen geschaffen haben:

Es gibt auch ein paar Becken, in denen interessante Muster entstanden sind:

In manchen davon darf man schwimmen. Das Wasser war seht kalt - ideal für eine Abkühlung nach der Rundweg-Wanderung in der brütenden Sonne.

Die Wanderung lohnt sich auf jeden Fall. Man bekommt einen anderen Blickwinkel auf die versteinerten Wasserfälle:

Schon cool wie sie sich in die Felslandschaft einfügen:

Die Zapoteken, ein altes Volk der Gegend, haben die Quellen wohl schon vor über 2000 Jahren zur Bewässerung genutzt. Dazu haben sie ein Kanal-System gebaut um das Wasser über das Gebiet zu verteilen.

Auf dem Rückweg sind uns zwei Hirtenjungs mit einer Herde Ziegen begegnet:

Um noch ein wenig Bargeld abzuheben, haben wir einen Stopp in Tlacolula de Matamoros gemacht. Dort gibt’s eine Citibank und die haben mit Abstand die geringsten Gebühren für’s Geld abheben. Die pittoreske Kirche des Ortes hat unsere Aufmerksamkeit erregt und war auch von innen sehr prächtig:

Da haben wir heute doch wieder ganz schön was gesehen.

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Zu Besuch bei einem Riesen

von Achim

Nach unserem Aufbruch aus Puerto Escondido Richtung Oaxaca ging es erstmal durch die Berge:

Die Straße war sehr neu - die Kassenhäuschen waren noch nicht fertig - und in gutem Zustand. Dennoch gab es hier und da bereits ein paar Erdrutsche.

In Oaxaca selbst war dann wieder das übliche Verkehrschaos angesagt. Wir sind hinter einem großen Maisbüschel hergefahren:

Unser Ziel für heute war “El Tule”, ein riesiger Baum in Santa María del Tule. Ganz in der Nähe gab es diesen Baum mit Wasserfall:

Der Baumriese “El Tule” (rechts im Bild) befindet sich in einem Park:

Daneben steht eine kleine Kirche:

Der Baum selbst, eine Mexikanische Sumpfzypresse, ist ein absoluter Gigant:

Wir waren ja schon sehr beeindruckt von “Te Matua Ngahere”, einem riesigen Kauri-Baum in Neuseeland mit über 16m Umfang. Aber der hier ist, mit einem Umfang von über 36m nochmal ein ganz anderes Kaliber. Es bräuchte wohl über 30 Ökos um den Baum zu umarmen!

Um ein Gefühl für die Größe zu bekommen kann man als Maßstab die Leute am rechten Bildrand nehmen. Da kann man erstmal eine ganze Weile andächtig davor stehen.

Das Alter ist wohl nicht ganz klar, wird aber auf der Infotafel mit 2000 Jahren angegeben:

Was für ein beeindruckendes Lebewesen!

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Schwimmen in den Sternen

von Achim

Heute war unser letzter Meer-Tag und da lag es nahe nochmal ein bisschen die Unterwasserwelt anzuschauen. Wir sind zum Playa Angelito in Puerto Escondido gegangen, da dieser für uns gut zu Fuß erreichbar war und wir gerne das Auto stehen lassen wollten (es ist immer ein riesen Heckmeck mit dem Parken). Der Strand war extrem voll:

Aber wir sind trotzdem mal reingesprungen. Die Fische hat der Trubel am Strand nicht allzu sehr gestört:

Und Schildkröten haben wir auch gesehen:

Das ist doch ein schöner Abschluss!

Am Abend hatten wir dann noch eine Tour gebucht um die Biolumineszenz in der Laguna de Chacahua zu erleben. Dabei handelt es sich um leuchtende Lebewesen (in dem Fall Plankton). Bei einem herrlichen Sonnenuntergang ging’s raus auf’s Wasser mit dem Boot:

Das Meeresleuchten selbst konnten wir leider nicht fotografieren, weil es zu schwach für die Kamera war. Aber wir konnten es sehr gut mit unseren eigenen Augen sehen: man fährt durch’s Wasser und dann leuchten kleine Teilchen auf. Wenn man mit den Beinen Wasser tritt, wird es plötzlich hell unter einem. Ein zusätzlicher Bonus war ein, aufgrund der geringen Lichtverschmutzung, sagenhafter Nachthimmel mit tausenden von Sternen und leicht sichtbarer Milchstraße. Und wenn man das Wasser durch seine Hände gleiten ließ, war es, als würde einem der Sternenhimmel durch die Hände rinnen.

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