Cerro Gaital

von Achim

Vorgestern sind wir in El Valle de Antón angekommen. Das ist eine kleine Stadt mitten in einem Vulkankrater (der Kaiserstuhl lässt grüßen). Anscheinend gibt es hier viele reiche Amerikaner, die hier ihre Rente verbringen.

Da El Valle etwas höher liegt herrscht hier ein recht angenehm mildes Klima. Wir wollten die Umgebung auf einer der vielen Wanderwege auskundschaften. Deshalb haben wir uns gestern auf den Weg zum Cerro Gaital gemacht. Zuerst mussten wir aus dem Städtchen raus.

Dann kamen wir auch schon bald auf den Wanderweg. Kein langes Geplänkel, es ging gleich steil bergauf. Dadurch hatten wir recht bald eine tolle Aussicht:

Man kennt das ja: in den Höhenlagen ist es zwar kühler, die Sonne aber nicht weniger aggressiv. Ein Großteil des Weges verlief jedoch dankbarerweise im Schatten der Bäume:

Immer wieder flogen uns hübsche Schmetterlinge über den Weg:

Ziemlich aus der Puste am Aussichtspunkt angekommen, mussten wir leider feststellen dass der Berg komplett in den Wolken hing. Schade. Da wir Zeit hatten, haben wir eine ganze Weile gewartet bis der Himmel kurz aufriss und einen schönen Blick auf’s Tal freigab:

Der Aussichtspunkt ist ein paar Hundert Meter vom Gipfel entfernt. Dieser ist jedoch nicht ganz einfach zu erreichen. Es gibt kleine Kletterpartien und Grate zu überwinden. Das Wetter wurde auch nicht besser:

Hier und da gab es immer wieder kleine Lücken in der Wolkenschicht und so konnten wir noch den ein oder anderen schönen Ausblick erhaschen:

Auf dem Rückweg kamen wir dann im Tal an zahlreichen Geflügelhöfen vorbei. Hier kommen also die ganzen frittierten Hähnchen her, die es überall in Panama gibt.

Das geht:

  • Die Pizza der Pizzeria unseres Gastgebers
  • Leben im Vulkankrater
  • Die grüne Berglandschaft um El Valle

Das geht nicht:

  • Wolkenverhangene Aussicht
  • Überall Ameisen, von winzig klein bis riesig
  • Entscheidungsschwierigkeiten
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Abschied von Costa Rica

von Achim

Vor zwei Tagen haben wir den Rückweg von Bahia Drake nach Panama angetreten. Unser Boot ging um 7:00 morgens und wir sind wieder mittels “nasser” Landung eingestiegen. Freundlicherweise gibt es Helfer die einem das “Aufgabegepäck” abnehmen und ins Boot bringen. Somit fällt es leichter am Strand in das Boot einzusteigen, welches sich natürlich mit den Wellen vor und zurück bewegt:

Bei den Temperaturen sind die Füße dann auch wieder ruckzuck trocken. In Sierpe angekommen, wo es zum Glück ein Dock zum aussteigen gibt, ging es dann per Taxi nach Palmar Norte. Dort hatten wir dann recht direkt Anschluss an den Bus nach Ciudad Neily.

Am Bahnhof hat eine Laienpredigerin die wartenden Fahrgäste intensiv und sehr emotional bepredigt. Praktisch, weil die konnten ja nicht weg - die Nummer kannten wir ja schon vom Junkie in Palmar Norte. Überhaupt ist Spiritulität in Mittelamerika sehr präsent. Neben schreienden Straßenpredigern sieht man immer wieder Geschäfte die sich irgendeinen christlichen Namen geben oder auf sonstige Art und Weise der Welt ihren Glauben mitteilen. Wie z.B. dieses Busunternehmen:

“Creemos en Dios” - “Wir glauben an Gott”. Oder Busfahrer und -beifahrer, die einen frommen Spruch auf dem Rücken ihres Firmen-T-Shirts stehen haben. Auch Kartenlegen und Wahrsagen sieht man immer wieder.

Wir haben allerdings nicht viel von der Predigt verstanden, ausser dass sie nicht sonderlich freundlich klang. Weiter ging’s dann mit einem Bus nach Paso Canoas wo sich der Grenzübergang nach Panama befindet:

Ein etwas chaotischer Ort, den wir nun schon zum dritten mal besucht haben. Also haben wir wieder unsere 16$ Ausreisegebühr für Costa Rica bezahlt und sind dann über die Grenze nach Panama marschiert. Das war’s dann mit Costa Rica. Gleich hinter der Grenze hat dann auch schon der Bus nach David gewartet. Nach dieser Boot-Taxi-Bus-Bus-Bus-Kombination sind wir ziemlich müde in David angekommen.

Am nächsten Tag ging’s dann tatsächlich (fast) direkt nach Playa Farallon, wo wir nun erstmal zwei Tage entspannen und uns freuen dass es hier nicht mehr so unglaublich heiss und schwül wie auf der Osa Halbinsel ist. Die Osa Halbinsel war ein toller Abschluss für unsere Zeit in Costa Rica und es hat sich definitiv gelohnt dafür nochmal zurückzukommen.

Das geht:

  • Ein Frühstück bestehend aus kalter Pizza, Snickers und Twix
  • Rasierspiegel im Bad haben (in Bahia Drake war der Spiegel nicht beim Waschbecken - irgendwie tiersisch unpraktisch wenn man ständig hin und her laufen muss)
  • Geistreiche Klosprüche wie z.B.: “Here I sit / broken hearted / came to shit / but only farted”

Das geht nicht:

  • Taxifahrer die völlig überzogene Preise verlangen und nicht verhandlungbereit sind - wir haben dann noch einen gefunden der uns für einen vernünftigen Preis befördert hat
  • Dass die Leute in Panama ständig ihre Felder abfackeln - stelle ich mir irgendwie nicht so super für den Boden und seine Bewohner vor
  • Wenn im Bus plötzlich der Fernseher im Gang runterklappt weil die Halterung völlig ausgeleiert ist - zum Glück wurde niemand getroffen
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Totalmente Caliente

von Achim

Gestern war unser letzter Tag in Bahia Drake. Von unseren Gastgebern haben wir erfahren dass man am Playa San Josesito auch gut schnorcheln kann und dass es nur ca. 2h Weg sei. Also haben wir uns morgens auf den Weg gemacht.

Noch keine 500m gelaufen haben wir in einem Baum an einem Abhang Aras entdeckt:

Sie haben gerade die Früchte des Baumes gefrühstückt. Diese Vögel sehen ja schon richtig toll aus wenn sie nur im Baum sitzen, aber ihre volle Pracht offenbaren sie im Flug:

Diese kräftigen Farben im Gefieder sind einfach der Wahnsinn!

So ging unser Weg also langsam aus dem Dorf hinaus. Über Hängebrücken:

Und über türkisfarbene Flüsse die wieder per Hängebrücke überquert wurden:

Zwischendurch haben sich uns noch drei Streunerhunde angeschlossen und uns “den Weg gezeigt”. Weiter ging’s vorbei an niedlichen Eichhörnchen:

Bis wir dann nach gefühlt viel zu langer Zeit endlich am Punto Rio Claro angekommen waren. Wandern bei 35°C und einer Luftfeuchtigkeit kurz vor Dampfbad ist kein Spaß. Hier war die erste Schnorchelstelle. Spätestens hier haben es sich “unsere” drei Vierbeiner mit uns verscherzt indem sie wie wild die Kapuzineraffen angekläfft haben die auf den Bäumen saßen und einfach nur in Ruhe ihre Mangos essen wollten. Als ihnen das Gebell zu bunt wurde haben die Affen mit Zweigen nach den Hunden geworfen. Sehr schlau! Da wir gerne auch noch ein paar wilde Tiere gesehen hätten und das mit Hunden quasi unmöglich ist (nicht umsonst sind Hunde in Naturschutzgebieten normalerweise nicht erlaubt) mussten wir sie wieder los werden. Das gelang uns, jedoch nur mit Ach und Krach. Immerhin konnte Ursel beim Schnorcheln bereits ein paar Fische sehen.

Dann ging es in der brütenden Mittagshitze weiter. Beim Rio Claro hatten sie leider an Hängebrücken gespart und so haben wir ihn einfach durchwatet:

Hoppla, war irgendwie tiefer als gedacht. Naja, immerhin hat unsere Gastgeberin uns versichert dass es in genau diesem Fluss keine Krokodile gibt. Sehr beruhigend.

Dann kamen wir plötzlich an einer Schildkrötenrettungsstation mitten im Nirgendwo vorbei. Dort gab es auch ein paar Pferde mit denen man Touren machen konnte.

Bei der Temperatur wäre ich auch lieber auf einem Pferd geritten als selbst wie ein Esel durch die Gegend zu schwitzen. Immerhin haben wir es gerade noch rechtzeitig zum Playa San Josesito geschafft bevor die Isla-del-Caño-Schnorcheltouren, die hier ihr Mittagspicknick halten, wieder weg waren. So konnten wir uns gnädigerweise noch etwas vom übriggebliebenen Wasser in unsere Trinkflasche abfüllen. Wir hatten unseren Wasserbedarf deutlich unterschätzt (wir hatten 4l dabei, am Ende haben wir 7l gebraucht). Und wer hat uns schließlich wieder gefunden? Unsere drei vierbeinigen “Freunde”, die wir eine Stunde zuvor gehofft hatten losgeworden zu sein!

Am San Josesito konnten wir dann beide noch eine Runde schnorcheln gehen. Hier haben wir Korallen und Fische gesehen, wenn es auch kein Vergleich war mit der Isla del Caño (da wurde es sehr deutlich was ein Meeresschutzgebiet bringt). Leider waren die Korallen jedoch zum Großteil mit Algen überzogen. Vermutlich eine Folge der Erwärmung der Ozeane und/oder von Abwassereinleitung.

Auf dem Rückweg gab die sinkende Abendsonne ein richtig schönes Bild an den zahlreichen Stränden ab, die wir passierten:

Am Playa Cocalito haben wir dann die Sonne hinter der Isla del Caño untergehen sehen:

Eine bildgewaltige Erinnerung an das tolle Schnorchelerlebnis in dem Meeresschutzgebiet.

Das geht:

  • Leute die einen Wasser auffüllen lassen
  • Schnorcheln mit bunten Fischen
  • Pünktlich zum Sonnenuntergang wieder zurück sein

Das geht nicht:

  • Wandern bei über 35°C und Luftfeuchtigkeit wie in Singapur
  • Die Schnaken hier - die sind nochmal deutlich fieser als in Deutschland
  • Hunde die sich aufdrängen und dann durch ihre Art und Anwesenheit die ganzen Wildtiere verscheuchen
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Parque Nacional Corcovado

von Achim

Der Corcovado Nationalpark ist, aufgrund seiner abgeschiedenen Lage, einer der wildesten Orte Costa Ricas. Ursprünglich wollten wir hier eine Zwei-Tages-Tour mit Übernachtung buchen (280$ p.P.), aber durch das Hickhack mit dem kaputten Objektiv hat sich das dann alles irgendwie zerschlagen und wir haben uns dann sehr spontan vor Ort auf die kürzere, aber deutlich günstigere, Ein-Tages-Tour (90$ p.P.) festgelegt. Genau wie auf der Isla del Caño darf man nur mit Führer in den Park.

Der Höhpunkt im Corcovado Nationalpark sind die Tapire. Wir haben natürlich sehr gehofft auf unserer Tour einen sehen zu können. Heute ging es um 6:00 los. Wir haben mit dem Boot die Sirena Ranger-Station angesteuert. Auf der 45 minütigen Fahrt dorthin konnte man schon einen guten Blick auf den Park und die schöne Küste werfen:

Im Park angekommen stand auch hier wieder eine “nasse” Landung mit anschließender Registrierung auf dem Programm. Dann konnte die Tiersuche starten.

Und sie haben nicht lange auf sich warten lassen. Es fing recht bescheiden mit einem Eichhörnchen an. Dann kam der Nasenbär (Coati) und dann schon gleich ein paar Klammeraffen. Ebenfalls am Start war eine Art wilder Truthahn:

Dann kamen noch eine kleine Horde Wildschweine vorbei, die hier aber kleiner als die Europäischen sind:

All diese Tiere haben wir in der Nähe eines Feigenbaumes gesehen. Denn dieser bietet mit seinen Früchten heiss begehrtes Futter.

Ein Stück weiter sind wir dann auf einen Ameisenbären gestoßen. Der war leider nur recht kurz sichtbar und schon war er wieder weg:

Die Nasenbären hingegen sind sehr zahlreich vorhanden und so haben wir auch bei unserem nächsten Stopp ein paar gesehen:

Dann haben wir kehrt gemacht und uns auf den Weg zur Sirena Station begeben. Unterwegs haben wir Totenkopfaffen gesehen:

Und nicht weit davon entfernt noch eine Gruppe Klammeraffen. Eine Mutter hatte ihr Kind auf dem Rücken:

Auch Schmetterlinge haben wir immer wieder gesehen. Neben dem prächtigen blauen Morpho unter anderem auch diesen:

Ein sehr schlauer Vertreter. Als Larve frisst er lauter giftiges Zeug sodass er als Schmetterling von Fressfeinden gemieden wird - er bekommt ihnen nämlich nicht sonderlich gut.

Nach einer kurzen Pause bei der Sirena Station kam dann die zweite Wanderung. Diesmal waren wir auf der Suche nach Tapiren. Zuerst bei einem schönen Fluss, wo sie sich wohl gerne aufhalten:

Leider war aber weit und breit keiner zu sehen.

Unterwegs kamen wir noch an einem Baum vorbei, in dem Fledermäuse ihren Mittagsschlaf gehalten haben:

Wobei diese hier aussieht als hätten wir sie aufgeweckt. Wir bitten vielmals um Entschuldigung!

Wie es schien hat unser Führer von einem Kollegen einen Tipp bekommen und so hatten wir Glück dass wir ganz kurz vor Ende der Tour tatsächlich noch einen Tapir mit Kind sehen konnten! Hier sieht man das gestreifte Tapir-Junge und dahinter schläft die Mutter:

Diese Tiere können wohl bis zu 300kg schwer werden und sind die größten Säugetiere in Mittelamerika. Wir waren überrascht wie groß sie sind, wir dachten sie hätten ungefähr die Größe eines Wildschweins.

Ein super Abschluss der Tour! Nach einem leckeren Mittagsessen in der Sirena-Ranger-Station ging es dann wieder mit dem Boot zurück nach Bahia Drake.

Das geht:

  • So viele Tiere sehen obwohl wir nur die Ein-Tages-Tour gemacht haben
  • Von einem guten Führer viel über die Natur lernen
  • Banana-Split

Das geht nicht:

  • Taschentuch vergessen, vor Start der Tour zur Unterkunft zurücklaufen
  • Mütze auch noch vergessen, vor Start der Tour erneut zur Unterkunft zurücklaufen, bzw. diesmal eher rennen
  • Das Stechmückenvieh am Abend
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Isla del Caño

von Achim

Die Isla del Caño ist eine Insel unter Naturschutz und ein beliebtes Ziel für Taucher und Schnorchler. Wie alles in Costa Rica war auch diese Tour mit 80$ p.P. extrem teuer. Aber wir wollten es trotzdem mal ausprobieren da wir uns bisher aus eben diesem Grund in Costa Rica sehr mit Touren zurückgehalten haben. Die Osa Halbinsel, auf der Bahia Drake liegt, ist eines der noch unberührtesten Gebiete in Costa Rica und unsere letzte Station in diesem Land. Wir wollten also nicht am falschen Ort sparen. Ausserdem ist unser Zimmer mit ca. 25$ pro Nacht sehr günstig.

Die Fahrt ging schon mal sehr gut los, weil wir einem Haufen Delphine beim Jagen begegnet sind:

Sie waren hinter einem großen Schwarm Sardinen her. Die haben halt Geschmack! Auch Vögel haben sich die Jagd zunutze gemacht und sich die ein oder andere Sardine mit waghalsigen Kopfstürzen ins Wasser ergattert.

Das tolle war dass sowohl Sardinenschwarm als auch Delphine so nah waren, dass wir sogar sehen konnten wie die Delphine die Fische unter Wasser gejagt haben.

Eine ruhige See und klares Wasser haben in dieser Situation doch echt was für sich!

Nach diesem Spektakel sind wir dann auch schon bald bei der Insel Caño angekommen und nach einer kurzen Registrierung im Nationalparkbüro konnte es bereits mit dem Schnorcheln losgehen:

Leider haben wir immer noch keine Unterwasserkamera denn was wir hier gesehen haben war wirklich atemberaubend. Das Wasser war extrem klar und ich habe noch nie so viele verschiedene bunte Fische auf einem Haufen gesehen. Sie haben sich gegenseitig an Formen und Farben überboten und es war eine wahre Freude dem bunten Treiben zuzuschauen. Unser Schnorchelführer (man darf nur mit Führer schnorcheln) hat immer mal wieder die Namen der Fischarten gesagt und uns auf interessante Meeresbewohner aufmerksam gemacht. Beim ersten Schnorchelgang haben wir neben den unzähligen bunten Fischen auch Stechrochen und Schildkröten gesehen. Beim zweiten Schnorchelgang dann wieder mehrere Schildkröten, einen riesigen Fischschwarm und noch einen Hai, den Ursel entdeckt hatte.

Anschließend gab’s dann noch lecker selbstgemachtes Mittagessen an einem schönen Strand. Es war somit ein sehr gelungener Schnorcheltag mit vielen tollen Fischen. Schade dass es immer seltener solche gesunden Stellen im Ozean gibt.

Das geht:

  • Pfannkuchen zum Frühstück
  • Eine noch intakte Unterwasserwelt in ihrer grenzenlosen Vielfalt bewundern können
  • Leckeres selbstgemachtes Tico-Essen - hier geht ja doch mehr als Reis und Bohnen mit Fleisch!

Das geht nicht:

  • Die zunehmende Verschmutzung und Überfischung der Ozeane und die damit einhergehende Dezimierung der Artenvielfalt und der Fischbestände
  • Von einer Qualle “gestochen” werden - das brennt wie Feuer!
  • Schnorcheln in Äquatornähe zur Mittagszeit - es gibt vermutlich keine Sonnencreme die dieser Herausforderung gewachsen ist (unsere 50er hat versagt)
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