Wir sind heute von Cao Bang nach Ban Gun gefahren, einem kleinen Dorf an der Grenze zu China. Die Fahrt war insofern bemerkenswert als dass wir in Vietnam zum ersten Mal mit dem öffentlichen Bus, und damit der Standardkomfortstufe der Einheimischen, gefahren sind. Im Gegensatz zu den Luxusbussen mit Liegebetten war hier alles etwas bescheidener: der Bus war hinten vollgestopft mit Paketen und anderen Lieferungen, wir sind mit den Knien fast an den Vordersitz gestoßen und der Fahrer ist teilweise gefahren als wolle er ein Wettrennen gewinnen (das ist allerdings ziemlicher Standard). Wir haben immer mal wieder angehalten um Pakete abzuliefern oder neue Pakete anzunehmen. Hat Spass gemacht das zu beobachten.
Nach relativ kurzweiligen zwei Stunden waren wir dann auch schon in Ban Gun:

Wir haben uns gleich auf die Socken zu den Wasserfällen gemacht. Die Ban-Gioc-Wasserfälle sind für viele Touris der Hauptgrund nach Cao Bang zu kommen. Anscheinend sind sie die viert größten Wasserfälle der Welt. Und sie sind wirklich ein toller Anblick:

Wir haben uns eine Fahrt zu den Fällen auf dem Floß gegönnt. Der Gag an der Sache ist ja dass der Fluss die Grenze zu China bildet. Wir hatten überlegt kurz rüberzugehen, da wir als Deutsche in 2026 wohl kein Visum brauchen. Allerdings ist der Grenzübergang hier wohl nicht für Ausländer passierbar. Aber mit der Fahrt auf dem Floß kann man tricksen, da man auf die chinesische Hälfte des Flusses fährt. Wir waren also technisch gesehen in China! Freundlicherweise hat der Reiseleiter der anderen Gruppe angeboten ein paar Bilder von unserem kurzen Chinabesuch zu machen:

Schade dass nicht gerade ein Pandabär durch’s Bild geschwommen ist.
Die Fälle sind ziemlich breit und die Boote kommen nur zu einem Abschnitt. Ein zweiter, auch sehr schöner, Abschnitt ist etwas weiter südwestlich:

Sieht fast aus wie aus einem Computerspiel.
Insgesamt haben mich die Wässerfälle ein wenig an die Plitvicer Seen in Kroatien erinnert - nur nicht so überrannt. Nachdem wir uns an diesem Naturwunder sattgesehen hatten, sind wir zur Pagode auf den Berg gestiegen. Von dort oben hat man einen tollen Ausblick auf die Landschaft:

Von oben kann man auch besser das Ausmaß der Ban-Gioc-Fälle erahnen:

Wir haben beim Abstieg vom Berg die großen Blüten eines Kapokbaumes bewundert:

Alles in allem also ein wirklich schöner Tag mit strahlenden Gesichtern.
Das geht:
- Ein Moped auf einem anderen Moped transportieren (man kann das anscheinend einfach quer hintendraufschnallen - wenn man sich traut)
- Das Paketsystem im Bus - zwar ist der Bus dadurch langsamer, aber er wird besser ausgelastet (es wurde sogar eine Kranstange transportiert)
- Niedliche Hundewelpen
Das geht nicht:
- Kackerlaken die auf dem Rücken liegen und einfach nicht sterben wollen - noch nichtmal die Hunde wollten sie fressen
- Offenes Bad - hui, ziemlich frisch bei den Temperaturen hier
- Ich habe es, im Gegensatz zu Ursel, leider versäumt mir ein paar der guten deutschen Naschwaren aus dem Supermarkt in Cao Bang mitzunehmen (das Angebot war besser als in manch größerer Stadt)

