Ja, wir nehmen den Muscheltopf

von Achim

In unserem Reiseführer steht dass Curanto ein typisches Gericht auf Chiloé ist. Das mussten wir dann gleich mal ausprobieren. Dabei handelt es sich um einen Eintopf aus Muscheln, Schweinerippchen, einer Wurst, einem gekochten Hühnerbein, einer Kartoffel und etwas Undefinierbares in Plastikfolie Verpacktes:

Wir haben das zum Glück schon bei einer Frau am Nachbartisch gesehen und uns zur Sicherheit noch einen Kartoffelbrei dazubestellt, da es für unseren Geschmack ein wenig an Beilage gemangelt hat.

Wir sind ja jetzt nicht direkt am Meer aufgewachsen und haben nicht so viel Erfahrung mit Krustentieren oder anderen schleimigen Meeresbewohnern. Das hat uns hier tatsächlich vor eine Herausforderung gestellt. Wie bekommt man diese Muscheln bitteschön auf? Man kann es mit Gewalt und Hebelkraft probieren, aber es ist erstaunlich wie dicht manche von ihnen halten. Die Kinder am Nachbartisch haben sich mit großen Augen ungläubig amüsiert ob unserem Kampf mit den Meeresfrüchten. Wir waren auf jeden Fall froh als wir tapfer alles aufgegessen hatten, zumindest was sich ohne Brechstange öffnen liess. Ein ungewohntes und teils sandig-schleimiges Ess-Erlebnis. Das in Plastikfolie gewickelte Etwas stellte sich übrigens als recht schmackhaft heraus. Ursel meinte es wäre irgendwas mit Gries.

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Dumm gelaufen

von Achim

Beim Abschied von unseren Gastgebern heute Morgen haben wir erfahren dass sie schon um 6:00 morgens im Wasser waren um Fische zu fangen. Anscheinend gehen sie mit einem Neopren-Anzug und einem Netz ins Meer und fangen so die Fische. Diese werden dann, wie auch getrockneter Tang, in der Stadt verkauft. Sehr vorbildlich - so sieht nachhaltige Fischerei aus! Tschüss Pudú-Camping, schön war’s:

Dann ging es wieder den gleichen Weg wie gestern zurück. Am Strand ist uns ein Tang-Sammler entgegengekommen:

Scheint echt so ein Ding hier zu sein, der Tang. Wir haben auch schon mehrere Stände in Puerto Montt gesehen, die den getrockneten Tang verkaufen.

An einer Stelle haben wir eine Abkürzung gewittert. Entweder den Berg hoch und wieder runter oder halt kurz zwischen diesen paar Felsen durch:

Das Wasser kam nicht all zu weit auf den Strand, von daher standen unsere Chancen ganz gut. Also schnell durch - und immer schön aufpassen nicht von einer Welle erwischt zu werden. Leider habe ich mir an einer Stelle einen zu niedrigen Felsen ausgesucht sodass meine Stiefel und Hose schön überspült wurden:

Dumm gelaufen. Also ging’s mit ein bisschen Wasser im Stiefel weiter an dem sehr schönen, sehr langen Strand zurück in’s Dorf.

Das geht:

  • Dass die Busse hier nicht nur an der Haltestelle, sondern auch sonstwo für einen anhalten
  • Stapelchips
  • Ein Dusche aus der sehr zuverlässig tatsächlich warmes Wasser rauskommt

Das geht nicht:

  • Das Meer unterschätzen
  • Mit richtig Hunger durch die Stadt laufen und alle Restaurants haben zu - zum Glück gibt’s die Asiaten, die machen irgendwie nie Pause
  • Pokémon anschauen
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Cole Cole

von Achim

Weil das Wetter so toll war und wir uns darübe gefreut haben, wollten wir heute nach Cole Cole wandern. Das ist ein Strand ca. 16km vom Nationalparkeingang in Cucao entfernt, wo wir die Nacht verbracht haben. Der Weg führt zuerst auf der Straße bis zu einem sehr langen Strand. Unterwegs sind wir an dieser hübschen Kirche vorbeigelaufen:

Anscheinend leben hier hauptsächlich Ureinwohner Chiles. Diese mögen wohl gerne kräftige Farben und schöne Formen. Zum Beispiel haben sie in der Mitte dieser kleinen Brücke einen Bootsrumpf eingearbeitet:

Macht echt was her!

Die nächsten 5km ging’s dann über den Strand am Meer entlang. Dort haben wir eine Frau gesehen, die vermutlich Muscheln für’s Abendessen gesammelt hat:

Am Strand langlaufen ist ja schön, aber nicht unbedingt mit seinem ganzen Hausstand auf dem Rücken. Deshalb waren wir sehr froh als wir beim Camping Pudú angekommen sind. Ausser uns gab es keine Gäste auf dem Zeltplatz, welcher sich als Pferdekoppel herausgestellt hat:

(man beachte das Seil, das das windschiefe Plumpsklo im Hintergrund vor dem Umkippen sichert und verhindert dass das Dach vom Wind weggeweht wird)

Es gab tatsächlich noch 2qm dungfreien Rasen, auf dem wir dann unser Zelt aufgestellt haben. Die verbleibenden 4km nach Cole Cole konnten wir dann ohne Gepäck laufen. Es ging ziemlich steil hoch, was für herrliche Aussichten gesorgt hat:

Die grünen Steilhänge sind einfach der Hammer. Erinnerte uns sehr stark an Hawaii:

Auf dem Weg haben wir viele grüne Papageien (Langschnabelsittiche) gesehen. Fotografieren konnten wir sie allerdings leider nicht da sie extrem scheu waren.

Nach ein bisschen mehr auf und ab durch moosbewachsene Hohlwege sind wir schließlich am Playa Cole Cole angekommen:

Ein sehr schöner Strand. Alle, die ihr Gepäck bis hierher geschleppt haben, können an diesem schönen Strand auf dem Nationalparkzeltplatz ihr Zelt aufstellen.

Die Anwohner kommen mit Pferden hierher um Tang zu ernten. Der wird getrocknet und dann in der Stadt verkauft:

Der Tang wird u.a. für Suppen, Aufläufe sowie Marmeladen verwendet.

Das geht:

  • Chiloé bei strahlendem Sonnenschein - gibt es wohl nicht sonderlich oft
  • Freundliche Einheimische, die einem mit einer Rolle Klopapier aus der Not helfen
  • Papas die sich die Zeit nehmen um mit ihren Söhnen zusammen ein Lagerfeuer zu machen

Das geht nicht:

  • Klopapier im einzigen Minimarkt kaufen wollen und dann hat der zu…
  • Stileis das nach Orange schmecken soll, dann aber tatsächlich irgendwo bei Geschmacksrichtung Dixie-Klo anzusiedeln ist
  • Am Blauwalaussichtspunkt stehen und weit und breit sind keine Blauwale in Sicht
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Chiloé

von Achim

Heute sind wir von Puerto Montt auf die “Isla Grande de Chiloé”, kurz Chiloé, übergesetzt. In Castro, der Hauptstadt der Insel, gibt es bunte Häuser auf Stelzen:

Nach kurzer Kaffeepause in Castro sind wir gleich nach Cocau weitergefahren, denn dort beginnt der Nationalpark Chiloé. Wir haben unser Zelt im Nationalpark aufgestellt, inmitten von Arrayane-Bäumen:

Obwohl wir erst recht spät angekommen sind, wollten wir doch noch ein paar der (kurzen) Wanderwege machen, die vom Zeltplatz aus erreichbar sind. Dort haben wir u.a. Vögel gesehen:

Einer der Wege führt zu den Dünen am Pazifik. Es war sehr schön mal wieder den offenen Pazifik zu sehen - als Bonus gab’s noch einen Raubvogel obendrauf:

Der Abend hat die Küste in ein stimmungsvolles Licht getaucht. In der Ferne konnten wir die Steilklippen der Insel sehen:

Etwas später gab’s dann einen Sonnenuntergang über dem Urwald, den man vom Aussichtsturm im Park schön sehen konnte:

Es war trotzdem noch hell genug für ein paar Wege, denn es ist hier bis ca. 22:00 noch ziemlich hell. Und so sind wir im Dämmerlicht ganz alleine durch den Urwald geschlichen:

Ein tolles Erlebnis!

Das geht:

  • Fährüberfahrt bei Sonnenschein
  • Spielende Robben im Meer
  • Milchpulver dabei haben

Das geht nicht:

  • Dass die Fahrzeugführer auf der Fähre die ganze Fahrt über den Motor laufen lassen
  • Die Bildschirmzeit der Leute an mobilen Endgeräten - auch von Kleinkindern, denen die Eltern Filme am Mobiltelefon förmlich aufzwingen
  • Eine heiße Schokolade bestellen und dann eine Tasse heißes Wasser und Kaba bekommen
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Kuchen

von Achim

Leider war es heute morgen wieder ziemlich wolkenverhangen, weshalb wir beschlossen haben nach Puerto Montt weiterzufahren:

Allerdings nicht ohne ein gebührendes Frühstück. In diesem kleinen Café, welches wir gestern entdeckt hatten, stand wieder “Kuchen” angeschrieben - und diesmal gab es welchen:

Es gab Streuselkuchen und ein “postre con mucho cremas”. Obwohl im Café nicht viel los war, war jede Menge Leben in der Bude. Die zwei Mädels, die den Laden geschmissen haben, hatten viel Spaß - besonders als die Kaffeemaschine fast explodiert wäre.

Das Frühtück war sehr lecker. Und ich bin mir ziemlich sicher es war alles selbstgemacht, inkl. das Kaffeehaus selbst.

Von Hornopirén nach Puerto Montt mussten wir wieder ein kurzes Stück mit der Fähre fahren. Nicht so malerisch wie durch den Pumalín Park, aber wir haben dafür diesen Falken aus nächster Nähe gesehen:

Puerto Montt ist wieder eine richtige Stadt (> 170.000 Einwohner) mit all ihren guten und schlechten Seiten. Hier beginnt die Carretera Austral, oder auch Ruta 7, welche wir nun der gesamten Länge nach von Villa O’Higgins nach Puerto Montt entlanggefahren sind:

Eine sehr schöne Straße, aber mit wenig Teer und viel Regen.

Das geht:

  • Selbstgemachter Streuselkuchen
  • Leute, die Spaß bei der Arbeit haben
  • Zwei Minuten vor Abfahrt an der Bushaltestelle sein und den Bus trotzdem noch kriegen

Das geht nicht:

  • Wandern wenn alles wolkenverhangen ist und man sowieso nichts sieht - deshalb sparen wir uns das
  • Das Bierangebot in Hornopirén
  • Laute und dreckige Städte
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