Ficus

von Achim

Wie bereits geplant waren wir heute nochmal beim “richtigen” Ficus Baum. Diese Würgefeige ist bedeutend größer als die, die wir vor zwei Tagen besucht haben:

Der Hohlraum des erwürgten Baumes ist so groß dass man hervorragend darin hochklettern kann:

Oben wird’s dann ein bisschen eng und man muss sich geschickt durch den Tunnel quetschen um ganz an die Spitze zu kommen. Dann schaut man in 15m / 20m Höhe vom Baum runter (wer entdeckt Ursel da unten?):

Und in der Ferne sieht man ein paar Hügel und das Meer:

Ein wirklich grandioses Gefühl dort oben im Baum zu sitzen. Als ich oben war hat sich ein Tucan auf einen Ast im Baum neben mir gesetzt. Sehr cool!

Ursel hat dann auch einen Kletterversuch unternommen nachdem ich so von der Aussicht geschwärmt habe:

Nachdem es sich bei uns ausgeklettert hatte sind wir etwas tiefer in den Wald vorgedrungen. Plötzlich ist uns eine ganze Horde Nasenbären (Coatis) über den Weg gelaufen:

Es waren bestimmt 20 Stück!

Ein Stück weiter haben wir dann wieder einen Tucan in einem Baum sitzen sehen, die gleiche Sorte wie den den ich schon in den Baumwipfeln gesehen habe. Diesmal konnte Ursel ein gutes Foto machen:

Ein schönes Geschenk! Mit so viel Tiersichtungen hatten wir heute eigentlich gar nicht gerechnet - ganz ohne Park und Führer.

Das geht:

  • Ausschlafen können
  • Im Inneren eines Baumes hochklettern - der Hammer!
  • Salat zum Mittagessen

Das geht nicht:

  • Der Rußgehalt der Abgase mancher Fahrzeuge hier
  • Sonnenbrandgefahr bei 20°C
  • Dumm rumsitzen
Schlagworte:

Santa Elena Cloud Forest

von Achim

Bei Monteverde gibt es Nebelwald, eine Art sehr feuchter Berg-Regenwald. Im Nebelwald bei Monteverde gibt es drei Parks: den Monteverde Cloud Forest, den Santa Elena Cloud Forest und den Children’s Eternal Rainforest. Obwohl der Monteverde Cloud Forest der bekannteste ist, aufgrund großem Marketing-Budget, haben wir uns für den Santa Elena Cloud Forest entschieden, denn dieser wird von der Schule in Monteverde betrieben und die Einnahmen kommen direkt dem Dorf zugute.

Der Wald hat uns sehr an British Columbia, bzw. Washington State erinnert, nur ist hier alles noch deutlich grüner, dichter und chaotischer:

Der Pfad war zuerst relativ gut gebaut, wurde aber dann irgendwann zur reinsten Matschpartie. Obwohl im Dorf die Sonne geschienen hat, hat es nur 6km entfernt im Nebelwald nämlich ordentlich geregnet. Zum Glück hatten wir unsere Wanderstiefel dabei die auch schön Wasserdicht sind:

Es ist so feucht dass sogar die Ruhebank völlig bemoost war:

Bei diesem dichten Bewuchs ist es quasi ein Ding der Unmöglichkeit irgendwelche Tiere zu sehen da diese sich hier hervorragend verstecken können. Tausendfüßler haben wir aber lustigerweise gleich drei gesehen:

Und es gab immer wieder schöne Blüten am Wegesrand zu bewundern:

Ein wirklich schöner Wald, aber ganz schön nass!

Das geht:

  • Leute die trotz schicker Schühchen, weisser Hose und fortgeschrittenem Alter den Matschweg durch den Dschungel laufen
  • Wie sich die Pflanzem im Regenwald übereinanderstapeln
  • Zwei völlig unterschiedliche Wetterlagen in nächster Nähe

Das geht nicht:

  • Sandwich mit “Luftbrot”
  • Motorräder ohne Auspuff
  • Dass die Ticos immer ihre Autos laufen lassen, z.B. während sie einkaufen gehen
Schlagworte:

Monteverde

von Achim

Heute sind wir mit der Bus-Boot-Bus Kombination von La Fortuna nach Monteverde gefahren. Das ist die schnellste Möglichkeit dorthin zu kommen und ausserdem führt die Route anscheinend durch sehr schöne Landschaft. Gestern hat es den ganzen Tag richtig heftig geschüttet und obwohl es heute wieder einigermaßen trocken war, war alles noch sehr wolkenverhangen:

Leider haben wir also nicht so viel von der Landschaft gesehen. Aber schön war die Bus-Boot-Bus-Kombi trotzdem:

In Costa Rica ist es bisher sehr schwierig gewesen ohne Tour zu wandern. In Monteverde gibt es aber tatsächlich eine “unoffizielle Attraktion”, eine hohle Würgefeige in der man hochklettern kann. Das wollte wir uns anschauen. Auf dem Weg dorthin sind wir über diesen kleinen aufgeregten Vogel gestolpert:

Erst haben wir gar nicht kapiert warum dieser Bird so Angry war. Irgendwann aber haben wir aber dann sein Nest direkt neben dem Weg gesehen. Armer Kerl, er wollte uns vertreiben um sein Nest zu beschützen. Dann sind wir natürlich gleich weitergegangen und haben ihm den nötigen Raum gelassen.

Beim Ficus-Baum angekommen wollte ich das mit dem Hochklettern gleich mal ausprobieren:

Allerdings bin ich nicht so weit gekommen da der Baum nach oben hin ziemlich eng wurde:

Ausserdem wollte ich auch nicht allzu viel Zeit in dem Baum verbringen da die harte Sohle und das Profil der Wanderschuhe nicht gerade sanft zur Rinde sind. Und es wäre ja schön wenn der Baum in ein paar Jahren immer noch steht.

Erst später haben wir gesehen dass wir den “eigentlichen” Ficus-Baum übersehen hatten. Dieser ist nochmal größer. Wenn es noch reinpasst will ich den unbedingt auch mal noch beklettern - mit schonenderen Schuhen.

Das geht:

  • Im Inneren eines Baum hochklettern
  • Mal wieder selbst kochen können
  • Angenehmere Temparaturen - mal einen Tag nicht total verschwitzt sein

Das geht nicht:

  • Unsauberes Geschirr in Gemeinschaftsküchen
  • Keine öffentlichen Wanderwege
  • Das Süßwarenangebot in Monteverde - es passiert wirklich selten dass mich wirklich gar nichts anspricht
Schlagworte:

Kakaoplantage

von Achim

Heute haben wir uns die Schokoladen-Tour bei Don Olivio gegönnt. Don Olivio ist der Besitzer einer Kakaoplantage bei La Fortuna und zeigt einem gerne wie der Kakao angepflanzt und verarbeitet wird. Alles beginnt mit den Blüten des Kakaobaumes:

Anscheinend produziert der Baum alle 72h einen Schwung neuer Blüten. Jede zwanzigste Blüte wird im Schnitt bestäubt und entwickelt sich zur Kakaofrucht weiter:

In der Schote befinden sich die Kakaobohnen welche herausgenommen und für fünf Tage fermentiert werden. Danach werden die fermentierten Bohnen gewaschen und 15 Tage zum trocknen ausgelegt:

Im nächsten Schritt werden die Bohnen geröstet und danach die Schale der Kerne von den Kernen selbst getrennt. Traditionell geschah dies wohl mit diesem hölzernen Stoßwerkzeug:

Nachdem die Kakaobohnen sanft zerkleinert worden sind kann die Schale von den Kernen getrennt werden. Dies wird so gemacht wie wir die Spreu vom Weizen trennen: mit Wind.

Danach werden die gerösteten Kakaobohnen gemahlen:

Hier endete dann die Vorstellung und die weiteren Schritte auf dem Weg zur Schokoladentafel mussten wir uns dazudenken. Während der Führung gab’s immer wieder frisches Obst und am Schluss durften wir noch ein leckeres Schokoprodukt probieren.

Toll fand ich auch dass wir sehen konnten wie man Zuckerrohr auspresst. Dazu haut man beim Zuckerrohr mit einem Hammer auf die dicken Stellen und dreht den Stengel dann anschließend durch eine Presse:

Und schon läuft da ordentlich der Saft raus - wir waren überrascht wie viel!

Das Schöne ist dass Don Olivio nicht nur Kakao, sondern alles Mögliche anpflanzt. Von Kokosnuss über Papaya und Ananas bis hin zur Vanille. Bei dieser Vielfalt an Pflanzen fühlen sich auch Tiere wohl und wir haben viele Vögel gesehen, u.a. Kolibris:

Dieser Vogel gehört wohl zur größten Kolibrigattung der Welt. Es gab sogar ein Kolibrinest im Garten, welches uns der Sohn von Don Olivio freundlicherweise gezeigt hat:

Drinnen befanden sich zwei Eier und ein Junges (Vorsicht: nur schauen, nicht anfassen). Ein außergewöhnliches Nest!

Das geht:

  • Sehen wie der Kakao wächst
  • Zuckerrohr auspressen
  • Landwirtschaft in vielfältiger Mischkultur und damit auch eine reiche Artenvielfalt auf der Plantage

Das geht nicht:

  • Ein volles Glas Zuckerrohrextrakt trinken - eine unglaublich süße Brühe
  • Rohe Kakaobohnen - schmecken definitiv nicht
  • Auf Spanisch mit den Leuten reden aber nur auf Englisch Antwort bekommen - ja ok, unser Spanisch ist immer noch schlecht
Schlagworte:

La Fortuna

von Achim

Es war nicht ganz so einfach wie gedacht von Alajuela nach La Fortuna zu kommen, aber nach ca. 6h Busfahrt und einmal umsteigen haben wir es geschafft. Wir sind durch eine grüne Berglandschaft gefahren, die vermutlich früher mal von Urwald bedeckt war. Heute ist alles abgeholzt und es stehen ein paar Kühe auf der Weide:

Der Schwarzwald lässt grüßen. Während der Fahrt ist uns immer wieder der Abgasruß von LKWs und der Rauch von Brandrodungen in die Nase gestiegen. Unterwegs gab’s dann auch noch einen leichten Zusammenstoß von einem Bierlaster mit einem Pickup-Truck. Glücklicherweise ist nichts passiert und der Unfall konnte umfahren werden.

In La Fortuna haben wir dann gleich festgestellt warum die Leute sagen dass Costa Rica so teuer sei. Die Übernachtungen waren bisher recht günstig, das Essen im Supermarkt ähnlich wie bei uns. Dafür wird bei allem wo das Schild “Öko-Tourismus” draufklebt ordentlich zugelangt. Ob “Öko” jetzt für “ökologisch” oder für “ökonomisch” steht, konnten wir noch nicht rausfinden. Fakt ist, Abstecher in die Natur sind hier nur gegen eine unverhältnismäßige Gebühr zu haben. Dafür kann man günstig Obst von riesigem Ausmaß essen:

Was auf den ersten Blick aussieht wie eine Handgranate entpuppt sich bei näherem Hinsehen als Maracuja. Besonders lecker in Kombination mit Papaya (unsere “hawaiianische Mischung”):

Im Dorf gibt es ein Schokoladen-Museum in dem man auch Schokolade aus örtlicher Herstellung kaufen kann:

Die 80g Tafel kostet 6$. Ein 230g Glas Schokoaufstrich kostet 12$. Im Souvenirladen kann man sogar eine 50g Tafel für 7$ kaufen - das entspricht einem Preis von über 12€ für eine 100g Tafel!

Bei dieser Preislage verwunderte es uns dann auch nicht dass der Nationalpark Volcan Arenal ebenfalls hoffnungslos überzogen bepreist war. Wir haben uns den Vulkan dann einfach von einem Feldweg aus angeschaut:

Der Weg hat durch lauter Zuckerrohr-Felder geführt und es war schön mal ein Stück “normales” Costa Rica zu sehen. Hin und wieder kam der Laster vorbei und hat das geerntete Zuckerrohr abtransportiert:

Auf einem der Bäume saß dieser Vogel mit seinem knallgelbem Schweifgefieder und hat mit lautem “Gesang” auf sich aufmerksam gemacht:

Er hat sich ziemlich abgefahren angehört. Ein bisschen wie ein kaputter mechanischer Automat.

Das geht:

  • Wenn man beim Frühstück gefragt wird ob man die “traditionelle” Variante will und sich dann nach genauerem Nachfragen herausstellt dass das sowieso die einzige Möglichkeit ist (muss da auch noch jemand anderes spontan an die SED denken?)
  • Trinkwasser aus der Leitung
  • Aus Ursels Sicht: die Temperatur

Das geht nicht:

  • Europäische Beinlänge beim Busfahren in Costa Rica - macht keinen Spaß
  • Brandrodungen
  • Unverhältnismäßige (Eintritts-) Preise
Schlagworte: