Lesung: Feucht & Fromm

von Achim

Viele, die wie ich im evangelikalen Umfeld aufgewachsen sind, kommen früher oder später nicht umhin sich mit den Werten auseinanderzusetzen, die einem als Kind vom Umfeld mitgegeben wurden. Ein eher unerfreulicher Aspekt dessen ist die sog. “Purity Culture”, im deutschsprachigen Raum eher bekannt als das Ideal vom “Kein Sex vor der Ehe”. Das ist in freikirchlichen Kreisen immer noch weit verbreitet.

Zu diesem Thema hat die Autorin Nana Myrrhe am Donnerstag Abend eine Lesung ihres neuen Buches “Feucht & Fromm” in der Genezarethkirche in Neukölln veranstaltet:

Der Abend war eine Mischung aus verschiedenen Beiträgen und es wurde noch ein “Rave” angekündigt. Ok, dachte ich mir, warum nicht?

Angefangen hat das ganze mit einem Lied einer leicht bekleideten Flugmannschaft, angeführt von “Purity Britney” - einer Anspielung auf Britney Spears, die damals anscheinend propagiert hat sich bis zur Ehe aufzusparen. Nachgelegt wurde dann vom Act Kitty and the Cat, deren Auftritt mich nachhaltig verstört hat - musikalisch wie visuell.

Anschließend hat Nana Myrrhe dann ein paar Abschnitte aus ihrem Buch vorgelesen. Dieser Teil war leider viel zu kurz für meinen Geschmack. In der anschließenden Pause hatte man die Gelegenheit sich mit der sympathischen Autorin zu unterhalten.

Nach der Pause wäre es dann weitergegangen mit The Toten Crackhuren im Kofferraum (“The TCHIK”). Da ich befürchtet hatte dass das eine konsequente Fortsetzung der bisherigen künstlerischen Darbietungen werden würde, habe ich beschlossen einfach etwas früher nach Hause zu gehen. Lieber eine Mütze Schlaf als einen Sack Albträume, haha.

Ein schräger Abend. Wer sich für das Thema Purity Culture interessiert, oder selbst betroffen ist/war, dem sei das Buch auf jeden Fall an’s Herz gelegt. Es hat einen etwas eigenwilligen Schreibstil, ist aber ein empathischer Begleiter zur Aufarbeitung des Themas. Es enthält Geschichte, Hintergründe und Auswirkungen der Purity Culture, gespickt mit persönlichen Kurzgeschichten aus dem (Er-) Leben der Autorin. Flashbacks sind garantiert!

Schlagworte: ,

Jurassic Neukölln

von Achim

Berlin überrascht einen immer wieder auf’s Neue. In Neukölln bin ich heute diesem Auto aus Jurassic Park über den Weg gelaufen:

Als nächstes begegne ich dann vermutlich einem T-Rex, der am Hermannplatz die Dönerbuden leerräumt…

Schlagworte: ,

U-Bahn im Grünen

von Achim

Kürzlich habe ich meine neue Lieblings-U-Bahn-Haltestelle in Berlin entdeckt. Sie sieht aus, als ob man mitten im Wald ein- und aussteigen könnte. Die Rede ist von Britz-Süd:

Wenn man sich umdreht fühlt man sich fast wie auf einem Wanderweg:

Mir gefällt’s.

Schlagworte: ,

Sonnenfinsternis 2026

von Achim

Wer alt genug ist, wird sich sicherlich noch an die letzte Sonnenfinsternis von 1999 erinnern. Das war damals ein Riesen-Ding, das schon mit Spannung erwartet wurde.

Im Gegensatz dazu hätte ich diese Sonnenfinsternis fast verpasst. Nur weil ein Arbeitskollege sagte dass er schauen wolle ob er noch irgendwo Schutzbrillen auftreiben könne, habe ich zufällig einen Tag vorher davon erfahren.

Wir haben uns dann heute mit ein paar Arbeitskollegen auf dem Tempelhofer-Feld versammelt um dem Spektakel beizuwohnen - so wie halb Berlin:

Es waren unglaublich viele Leute auf dem Gelände und es gab alle möglichen Arten von Basteleien um die Sonnenfinsternis augenfreundlich zu beobachten. Manche hatten Siebe dabei, andere haben eine Camera Obscura gebaut. Der Tagesspiegel hatte gute Tipps, falls jemand für die nächste Sonnenfinsternis in 2081 noch welche braucht. Aber es gab auch Leute, die den Artikel leider nicht gelesen hatten und ihre Augengesundheit auf’s Spiel gesetzt haben (z.B. durch Benutzung einer Schweisser-Brille).

Es war sehr schwer das Naturschauspiel zu fotografieren - vor allem ohne in die Sonne zu schauen. Aber mir ist ein halbwegs brauchbares Bild gelungen:

Schon witzig: es wird einfach ein bisschen kühler und dunkler und nach ca. 30 Minuten ist der Spass auch schon wieder vorbei. Mit ein wenig Glück können wir es in 55 Jahren nochmal erleben.

Schlagworte: ,

Auf dem höchsten Berg Berlins

von Achim

Dieses Wochenende wollte ich mal ein bisschen rauskommen um den Kopf frei zu kriegen. Mir stand der Sinn nach Wald und Bergen. Da gibt es in Berlin doch keine bessere Gegend als die Müggelberge. Sie sind von Neukölln in lediglich einer guten Stunde mit dem Fahrrad zu erreichen.

Nach recht sanftem und kurzem Aufstieg ist man schon im Gipfelbereich. Dieser ist von zahlreichen Kiefern gesäumt:

Schilder weisen einem den Weg zum Gipfel des großen Müggelbergs:

Oben angekommen, kann man das Gipfelkreuz auf fast 115m ü.M. bestaunen:

Ja, viel mehr zu bestaunen gibt es da oben tatsächlich nicht, denn die Aussicht wird durch Bäume versperrt (ihr Leben sei ihnen gegönnt). Es gibt noch eine Downhill-Strecke die beim Gipfelkreuz losgeht. Die stand für meinen Besuch aber nicht im Fokus.

Wenn man eine schöne Aussicht auf den Müggelsee will, muss man wieder etwas weiter runter. Gleich neben der Sternwarte gibt es einen Rastplatz mit einem Aussichtspunkt:

Wieder am Fuß des Berges angekommen, habe ich den Teufelssee umrundet:

Das Gebiet um den See ist teilweise moorig, weshalb ein Teil des Weges aus Holzstegen besteht:

Sowas liebe ich ja, denn man ist mittendrin ohne die Natur kaputt zu trampeln.

Beim See wurde auch erklärt warum man keine Enten füttern soll:

Umweltbildung ist immer gut.

Der Ausflug und die Bewegung hat gut getan. Wenn man etwas Erholung und Natur sucht sind die Müggelberge eine gute Möglichkeit mal aus der Stadt rauszukommen. Wer etwas mehr Zeit mitbringt kann auch eine Radtour um den Müggelsee machen - oder direkt darin baden gehen.

Schlagworte: ,