Der Monarchen Reinfall

von Achim

Die schönen Monarchfalter sind beeindruckende Schmetterlinge. Auf ihrer großen Wanderung nach Mexiko, wo sie überwintern, kommen sie teilweise sogar aus Kanada und legen tausende Kilometer zurück. Bei Mexiko-Stadt gibt es eine Gegend in der man die Monarchfalter zu Millionen besichtigen kann - wenn man kann. Wir sind dafür extra die über 100km (und 2h) von Toluca nach Macheros gefahren, um die Schmetterlinge in ihrem Winterquartiert im Cerro Pelon zu sehen. Wir konnten nicht.

Als wir ankamen war die Schmetterlingsstation geschlossen (obwohl sie eigentlich hätte aufhaben sollen). Wir sind dann auf eigene Faust Richtung Cerro Pelon losmarschiert, aber ausser ein paar Exemplaren haben wir nichts groß gesehen. Es war also in etwa so wie eine zweistündige Wanderung durch den Schwarzwald. Mit dem Unterschied dass hier überall Harz von den zahlreichen Pinien geerntet wurde:

Auf dem Rückweg hatten wir dann an einer Stelle einen schönen Ausblick auf einen der Berge:

Naja, manchmal ist es halt auch nichts. Nur schade um das CO2, das wir völlig unnütz in die Luft geblasen haben. Und um die Mautgebühren. Um Mexiko-Stadt herum sind die Mautgebühren recht hoch und vor allem sehr häufig. Das läppert sich dann schon ganz schön.

Und hier noch ein Bild das erklärt warum ich in Mexiko immer wieder überfordert bin mit den Verkehrssituationen (Rot oder Grün? Such’s dir aus!):

Zum Glück sitzt Ursel noch neben mir und schaut mit auf den Verkehr und die Ampeln. Ach ja: hatte ich schon erwähnt dass man in Mexiko keine Führerscheinprüfung machen muss um den Führerschein zu bekommen? Dafür läuft der Verkehr hier extrem gut.

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Teotihuacán

von Achim

Heute wollten wir die Pyramiden von Teotihuacán besichtigen. Wir haben die Pyramiden bereits gestern von der Autobahn aus gesehen und ihre Größe erahnen können. Die Sonnenpyramide ist anscheinend die drittgrößte Pyramide der Welt:

Auf dem Bild sieht man auch gut den Hauptweg der alten Großstadt, die wohl mal bis zu 200.000 Einwohner hatte. Der Hauptweg, “die Straße der Toten”, war mal 4km lang. Heute kann man davon nur noch die Hälfte gehen. Damit ist man aber auch schon ganz ordentlich unterwegs.

Neben der Sonnenpyramide gibt es auch noch die Mondpyramide, die das Nord-Ende der Straße der Toten bildet:

In unmittelbarer Nähe zur Mondpyramide befindet sich der “Tempel der Jaguare”. Dort gibt es interessante Steinreliefs zu bestaunen:

Es gibt auch einen, gegen Sonnenlicht geschützten, Bereich in dem es weitere Reliefs und Wandbilder zu sehen gibt:

Das Bild oben zeigt einen Quetzal, einen prächtigen Vogel der von mehreren Naturvölkern in Lateinamerika verehrt wurde. Wir hatten das Glück damals einen in Panama zu sehen.

Es gibt noch weitere Ruinen von Gebäuden und Wohnanlagen (im Hintergrund, die Sonnenpyramide):

Das Gebiet ist sehr groß und man kann sich gut vorstellen wie hier früher das Leben stattgefunden hat. Ungefähr auf der Höhe der Mitte der ehemaligen Straße der Toten, heute das Süd-Ende, befindet sich der Tempel des Quetzalcóatl. Dieser ist mit schönen Steinfiguren verziert:

Wir haben uns gefragt ob das früher wohl Wasserspeier waren, aus denen wirklich Wasser herauskam. Wenn man sich dazu noch einen grünen Urwald drumherum denkt und lauter Leute die die Szene mit Leben füllen dann wird daraus ein sehr beeindruckendes Fantasiegebilde.

Insgesamt ist Teotihuacán auf jeden Fall einen Besuch wert! Wir waren sehr fasziniert von der riesigen Anlage und dem Gedanken wie alt die ganzen Funde sind.

Bevor es dann weiter nach Toluca ging, habe ich mir noch einen Mangobecher gegönnt:

Obstbecher kann man hier immer wieder an Straßenständen kaufen und sie sind sehr lecker.

Auf dem Weg nach Toluca haben wir den äusseren Autobahnring von Mexiko-Stadt befahren. Der war sehr gut in Schuss und auch der Verkehr hielt sich angenehm in Grenzen. Vielleicht liegt es mitunter daran dass man gefühlt alle 10km eine Maut von zwei bis vier Euro zahlen muss. Einen Schnappschuss Wert waren diese Müllmänner, die hinten auf dem Laster mitgefahren sind (bei ca. 90 Km/h):

So, jetzt aber erstmal ein heißes Bad! Obwohl es hier tagsüber (in der Sonne) sehr warm wird, ist man Nachts einstellig unterwegs und die Häuser haben keine Heizung. Liegt vielleicht auch daran dass wir hier fast 2700 m ü.M. sind.

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Die Pyramiden von Cholula

von Achim

Bei unseren momentanen Gastgebern frühstücken wir ja nicht einfach nur. Wenn es ein morgendliches Äquivalent zum “Fine Dining” geben würde, also quasi “Fine Breakfasting” - das wäre es. Heute war der Tisch völlig anders gestaltet:

Auch die Musik war entsprechend angepasst.

Die ersten zwei “Gänge” waren ähnlich wie gestern: Brot mit Marmelade und Obstsalat - natürlich wieder mit ganz viel Liebe hergerrichtet. Aber der “Hauptgang” war diesmal anders. Es gab, mit Käse überbackene und mit Tamale gefüllte, Paprika, die in einer Brühe serviert wurde:

Hat nicht nur grandios ausgesehen, sondern auch so geschmeckt.

Nachdem wir uns dann schweren Herzens von unserer Premium-Deluxe-Unterkunft der Extraklasse und den ebensolchen Gastgebern verabschiedet hatten, wollten wir uns noch die Pyramiden von Cholula anschauen. Vor dem Eingang war wieder jede Menge Handelsbetrieb und wir hatten endlich mal die Gelegenheit Chapulines zu probieren:

Das sind geröstete Heuschrecken, die hier wohl ein beliebter Snack sind. Vom Geschmack her habe ich ehrlich gesagt hauptsächlich die Gewürzmischung geschmeckt. Geht in Ordnung, würde ich sagen.

Die Pyramide von Cholula wurde über die Zeit unter einem Hügel begraben, aber durch Ausgrabungen teilweise wieder freigelegt:

Normalerweise gibt es wohl einen Tunnel mit dem man das Innere der Pyramide besichtigen kann. Der war aber leider geschlossen. Von daher gab es leider nicht so wahnsinnig viel zu sehen. Der Höhepunkt war diese, sehr steile, Treppe:

Wenn man oben steht kriegt man fast ein bisschen Höhenangst.

Oben auf dem Berg haben die Konquistadoren eine Kirche gebaut, um den Ort geistlich umzuwidmen:

Von oben hat man eine tolle 360° Rundumsicht. Überall Häuser, soweit das Auge reicht. Hier gibt es auch mehrere große Vulkane. Allerdings war die Sicht leider nicht gut und so haben wir nur einen kleinen gesehen:

Danach ging’s weiter nach Teotihuacán, wo wir morgen die große Pyramide besichtigen wollen.

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Next Level

von Achim

Wir sind hier in Pueblo bei einem super netten, älteren Paar untergebracht. Sie haben eine ausgeprägte Liebe zum Detail und sind wirklich “Next Level”. Der Frühstückstisch heute Morgen sah so aus:

Es gab sogar kleine Glas-Böckchen auf denen man sein gebrauchtes Besteck ablegen konnte, damit die Teller problemlos getauscht werden konnten (neben der rechten Tasse).

Die Gastgeber brachten dann einen Gang nach dem nächsten. Erst Brot mit super leckerer Marmelade, dann ein Obstsalat mit einer kleinen Portion Müsli und Joghurt:

In dem kleinen Fläschchen war Honig drin, den man dann auf eine zweite Runde Brot schmieren konnte.

Der Höhepunkt war dann ein Omlette mit Huitlacoche - einer lokalen Delikatesse:

Dabei handelt es sich um, von Maisbeulenbrand, befallenen Mais. Für meinen Geschmack eher gewöhnungsbedürftig. Käseliebhaber, denen bei pelzigem Schimmel-Befall in den dollsten Farben das Wasser im Mund zusammenläuft, werden jedoch vermutlich entzückt sein.

Unser Zimmer war nicht weniger beeindruckend:

Die Liebe der Gastgeber zur Ästhetik ging sogar so weit dass ich heute Mittag verzweifelt meine lange Hose gesucht habe (wir sind hier auf 2100 Metern). Nach einer Weile habe ich sie dann fein säuberlich aufgehängt im Schrank gefunden - neben ein paar anderen Klamotten die herumlagen als wir heute Morgen das Zimmer verlassen hatten. Marie Kondo würde Beifall klatschen.

Ok, dann konnte es ja weiter gehen mit der Stadtbesichtigung. Der Dom war beeindruckend:

Die Spendenkässchen drinnen waren geschmückt mit Figuren die im Höllenfeuer litten. Ziemlich Old-School.

Richtig beeindruckend war die Biblioteca Palafoxiana, die älteste Bibliothek von Mexiko:

Dann wollten wir eigentlich noch vor Sonnenuntergang auf einen Hügel in der Stadt, uns ist aber die Zeit davon gelaufen. Wir haben uns ein bisschen gefühlt wie dieser Bus:

Also haben wir uns dann für ein frühes Abendessen entschieden. In der Calle de los Dulces haben wir alle möglichen Straßenstände entdeckt. Wie z.B. diese Knödel:

Haben ein bisschen geschmeckt wie Dampfnudeln.

Ursel wollte dann gerne noch ein “Momia Tradicional” probieren, eine Art speckumwickelter Corn-Dog:

Und zum Schluss gab’s dann noch Tacos von diesem interessanten Straßenstand:

Irgendwie hat der Koch es geschafft in dem Einkaufswagen unter seiner Kochplatte einen Gasherd od. ähnl. zu montieren, sodass er problemlos seine Tacos in Salsa kochen konnte. Wenn unser Magen das überlebt, dann brauchen wir uns glaub' vor nichts mehr groß zu fürchten.

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Nach Puebla

von Achim

Heute war ein längerer Fahrtag. Die Strecke von Asunción Nochixtlán nach Puebla hat fast 4h gedauert. Zuerst ging es durch halbtrockenes Gebiet:

Dann haben wir eine seltsame Berglandschaft durchquert, die uns stellenweise an Gegenden wie das Grand Staircase Escalante in den USA erinnert hat:

Die Berge wurden immer dramatischer und die Landschaft war einfach nur grandios. Leider konnte man, wie bisher, nirgends aussteigen um die Landschaft zu genießen und Bilder zu machen. Und da man hier Straße und Verkehr keine Sekunde aus den Augen lassen sollte, konnte ich als Fahrer leider wieder nur sehr wenig davon mitnehmen.

In einem Abschnitt gab es diese “Kaktus-Wälder”, wo ganze Hügel komplett mit Kakteen übersät waren:

Glücklicherweise war die Mautstraße größtenteils gut gepflegt, sodass das Herzinfarkt-Risiko erst wieder in Puebla drastisch gestiegen ist.

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